Immer mehr Billigflug-Angebote in Deutschland

23.10.2017 - 17:08 0 Kommentare

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat den Low-Cost-Monitor für den Sommer vorgelegt. Demnach gibt es rund hundert neue Billigflüge von und nach Deutschland und die Preise sinken. Großes Wachstum gibt es vor allem an zwei Standorten.

Mehr als 100 neue Billigflug-Strecken gab es im Sommer 2017 von und nach Deutschland. Foto: © DLR,

Trotz der Insolvenz von Air Berlin sind die Ticketpreise der Billigflieger in Deutschland auf einen neuen Tiefstand gefallen. Die durchschnittlichen Bruttopreise der Low-Cost-Carrier lagen für den Herbst zwischen 35 und 97 Euro, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergab. Im Vorjahr hatte die Preisspanne noch 44 bis 105 Euro für einen einfachen Flug betragen.

Gründe für die günstigeren Preise seien der fallende Kerosinpreis sowie der weiterhin starke Wettbewerb. "Abzuwarten bleibt, wie sich die Übernahme der Air Berlin auf die Preisentwicklung in der kommenden Wintersaison auswirken wird", erklärte Studienleiter Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln.

DLR "Low Cost Monitor"

Der "Low Cost Monitor" wird vom DLR zweimal jährlich herausgegeben. Die vom DLR betrachteten Fluggesellschaften werden nicht aufgrund ihres Geschäftsmodells identifiziert, sondern sind solche, die eine hohe Anzahl von Angeboten im Niedrigpreissegment des Gesamtmarktes aufweisen. Die Ergebnisse für die aktuelle Studie basieren auf einer Referenzwoche im Juli. In der aktuellen Ausgabe wurde Air Berlin wegen der Insolvenz nicht mehr berücksichtigt.

Die Lufthansa hatte sich Mitte Oktober mit Air Berlin auf die Übernahme des größten Teils der Flotte geeinigt. Die Maschinen sollen in die Billig-Tochter Eurowings integriert werden. Bereits diesen Sommer hat Eurowings laut DLR-Studie 50 neue Strecken eingeführt. Die Airline sei mit einem Marktanteil von 52 Prozent und 368 Strecken Marktführer.

Die irische Billiglinie Ryanair als Vorreiter besonders günstiger Flugpreise liege mittlerweile auf dem zweiten Platz der Low-Cost-Carrier in Deutschland mit einem neuen Rekord von 243 Strecken. Das DLR wies aber darauf hin, dass Ryanair wegen "interner Probleme" das Angebot zum Winter hin deutlich reduzieren wird. Europaweit sei Ryanair nach wie vor Spitzenreiter, gefolgt von der britischen Linie Easyjet.

Großes Low-Cost-Wachstum in Nürnberg, Berlin und Düsseldorf

"Berlin-Schönefeld weist getrieben durch das massive Engagement von Ryanair ein Plus von 16 Prozent auf und kommt mittlerweile auf 705 Starts pro Woche", erklärt Berster. "Der Flughafen Düsseldorf legt ebenfalls um 16 Prozent zu unter anderem durch einen Ausbau des Angebots bei Eurowings und Flybe sowie den Markteintritt von Norwegian, womit sich die wöchentlichen Abflüge von 640 auf 740 Starts pro Woche gesteigert haben."

Ein besonders starkes Wachstum gab es in Nürnberg von 63 Starts im Sommer 2016 auf 143 Starts in diesem Jahr. "Entscheidend ist hier die Wachstumsdynamik bei Ryanair und Eurowings, die ihre wöchentlichen Flüge von elf auf 58 sowie von 40 auf 60 gesteigert haben", so Berster weiter. Damit kommt Nürnberg auf einen Low-Cost-Anteil von rund 30 Prozent. Erstmalig wird seit diesem Jahr auch der Flughafen Frankfurt von Ryanair und Wizz Air angeflogen.

Rund hundert neue Billigflüge von und nach Deutschland

Insgesamt habe sich die Zahl der Verbindungen ab Deutschland ins Ausland weiter gesteigert: Von 700 im Vorjahr auf rund 800 dieses Jahr. Der Studie zufolge sind ein Viertel aller Flüge ab Deutschland Low-Cost-Verbindungen. Besonders profitierten davon Reisende nach Spanien, Italien oder Griechenland.

Die Zahl der einzelnen Billigflüge innerhalb Deutschlands und ins Ausland hat sich laut DLR-Zahlen von knapp 4400 auf knapp 5000 Flüge pro Woche gesteigert. Besonders profitierten davon die Flughäfen Nürnberg, Düsseldorf und Berlin-Schönefeld. Letzterer verzeichnete zwischen Januar und September 14,6 Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahreszeitraum, wie die Betreibergesellschaft am Montag mitteilte, nämlich gut 9,7 Millionen. Am Flughafen Berlin-Tegel starteten wegen der Air-Berlin-Krise nur 1,1 Prozent mehr Fluggäste, nämlich gut 16,2 Millionen.

Von: dh mit AFP
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