Im Streit um Salzburger Flugrouten stehen die Zeichen auf Dialog

12.12.2013 - 12:00 0 Kommentare

Seit längerem streiten Österreich und Bayern darüber, wie der Salzburger Flughafen künftig anzufliegen ist. Jetzt sorgt eine Entscheidung des Auswärtigen Amtes dafür, dass beide Seiten miteinander reden müssen.

Eine Dash-8Q-400 der Air Berlin am Flughafen Salzburg. - © © Salzburg Airport -

Eine Dash-8Q-400 der Air Berlin am Flughafen Salzburg. © Salzburg Airport

Im Streit um Flugrouten am Salzburger Flughafen kehren die deutsche und die österreichische Seite an den Verhandlungstisch zurück. Das Auswärtige Amt hat jetzt seine Zustimmung zur geplanten Durchführungsverordnung auf deutscher Seite zurückgezogen. Den im Staatsvertrag über den Betrieb des Salzburger Flughafens vorgesehenen "Verpflichtung von Konsultationen mit Österreich", sei nicht ausreichend entsprochen worden, wie der Flughafen Salzburg unter Berufung auf die österreichische Botschaft in Berlin mitteilte.

Um den Fluglärm zu reduzieren, sollen nach der Durchführungsverordnung statt derzeit gut 90 Prozent künftig nur noch 70 Prozent aller Landungen über deutsches Gebiet erfolgen. Darüber gibt es seit längerem Streit zwischen Österreich und Bayern. Während die eine Seite weniger Fluglärm will, sieht die andere Seite die Zukunft des Flughafens in Gefahr. Anfang Dezember hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für eine einvernehmliche Lösung plädiert. "Wir müssen sauber deeskalieren", hatte er erklärt.

Auch der Salzburger Flughafen-Aufsichtsratschef Christian Stöckl ist nach den neuesten Entwicklungen "guter Dinge, dass die angespannte Situation im Interesse beider Staaten freundschaftlich gemeistert wird“. Jetzt sei es wichtig, dass für Österreich und für Deutschland tragfähige Ergebnisse im Meinungsaustausch der Experten zu Stande kommen, teilte er mit.

Die Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Verkehrsflughäfen (AÖV) begrüßte ebenfalls die Entscheidung des Auswärtigen Amtes. „Das ist ein wichtiges Signal für den Flughafen Salzburg, seine Passagiere und für die gesamte Region", so Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG und AÖV-Präsident. Die österreichischen Verkehrsflughäfen würden darin einen wichtigen und positiven Schritt auf dem Weg zu einer Lösung des Problems sehen.

Wie sich die Entscheidung des Auswärtigen Amtes letztlich auswirkt, bleibt allerdings abzuwarten. "Ich sehe das noch nicht als Entwarnung. Die Verordnung ist geschrieben und gedruckt, sie wird aber vorerst im Umlaufbeschluss nicht erledigt", wird Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) in einem Bericht in der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" zitiert.

Von: airliners.de
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