ILO kritisiert Umgang von Qatar Airways mit Flugbegleiterinnen

17.06.2015 - 10:21 0 Kommentare

Auch die UN-Arbeitsorganisation hat jetzt den Umgang von der Fluggesellschaft Qatar Airways mit ihren Flugbegleiterinnen scharf kritisiert. Sie fordert Änderungen der Beschäftigungsverträge.

Maschinen der Qatar Airways in Doha - © © Qatar Airways -

Maschinen der Qatar Airways in Doha © Qatar Airways

Die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) hat den Umgang der arabischen Fluggesellschaft Qatar Airways mit Flugbegleiterinnen scharf kritisiert. Die Airline dürfe Mitarbeiter des Kabinenpersonals bei einer Schwangerschaft nicht automatisch entlassen, auch nicht aus Gründen des Gesundheitsschutzes, erklärte ein Komitee der ILO am Dienstagabend in Genf. Dies sei diskriminierend und verstoße gegen das 57 Jahre alte Diskriminierungsverbot auf der Arbeit.

Die Verträge müssten deshalb entsprechend geändert werden, forderte die ILO. Betroffene Mitarbeiter müssten die Möglichkeit haben, eine Auszeit zu nehmen oder an einem anderen Arbeitsplatz im Unternehmen zu arbeiten. Dafür müsse sich auch die Regierung von Katar einsetzen.

Zudem müsse der Golfstaat "unverzüglich" Maßnahmen ergreifen, damit die Mitarbeiter künftig vor einer Heirat nicht mehr die Erlaubnis des Unternehmens einholen müssten, verlangte die Arbeitsorganisation. Diese Vorschrift hat Qatar Airways nach eigenen Angaben bereits aus den Arbeitsverträgen gestrichen. Qatar-Chef Akbar al-Baker hatte diesen Vorwurf im Januar als "ziemlichen Schwachsinn" zurückgeweisen. Darüber hinaus kritisierte die ILO Regelungen, dass weibliche Crew-Mitglieder nur von einem männlichen Familienmitglied von der Arbeit abgeholt werden dürften.

© Airbus, H. Goussé, Lesen Sie auch: Qatar Airways wirft Verdi Diffamierung vor

Die Internationale Arbeitsorganisation hatte die Beschäftigungsbestimmungen von Qatar Airways nach Beschwerden der Internationalen Transportarbeiter-Förderation und des Internationalen Gewerkschaftsbunds überprüft. Die Vorwürfe sorgen seit langem für Kritik an der Fluggesellschaft, die zu den am schnellsten wachsenden der Welt gehört. Experten sollen nun die Umsetzung der Forderungen überprüfen.

Von: AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Triebwerke einer A380 der Fluggesellschaft Emirates. Emirates spricht von Kooperation mit Etihad

    Emirates bringt eine mögliche Kooperation mit Etihad ins Spiel. Die beiden Golf-Carrier aus den Vereinigten Arabischen Emiraten haben vergleichbare Probleme. Es geht nicht nur um Überkapazitäten und Politik.

    Vom 12.10.2017
  • Meridiana Boeing 737-700 Qatar Airways steigt groß bei Meridiana ein

    Qatar Airways hat 49 Prozent der Anteile an der italienischen Meridiana übernommen. Die Airline mit rund einem Dutzend Flugzeugen und Sitz auf Sardinien kooperiert bereits mit den IAG-Mitgliedern British Airways und Iberia.

    Vom 02.10.2017
  • Airbus A350 in der Lackierung von Qatar Airways. Qatar Airways umwirbt Berliner Piloten

    Tag 3 nach der Insolvenz: Air Berlin verhandelt übers Wochenende mit Lufthansa über eine Teilübernahme – es geht wohl auch um die Mitarbeiter. Die Piloten bekommen offenbar auch von anderer Seite ein Angebot.

    Vom 18.08.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus