Illegaler Drohnen-Fotograf muss 1.500 Euro Bußgeld zahlen

16.12.2014 - 16:51 0 Kommentare

Drohnen sind vielseitig einsetzbar: Man kann mit ihnen zum Beispiel Vermisste suchen oder Luftbilder machen. Aber dafür braucht es eine Genehmigung. Ein Drohnenbesitzer aus Mecklenburg-Vorpommern hatte diese nicht - und muss nun Strafe zahlen.

Eine Kameradrohne. - © © dpa - Patrick Pleul

Eine Kameradrohne. © dpa /Patrick Pleul

Das Schweriner Verkehrsministerium hat erstmals ein Bußgeld gegen einen Luftbildfotografen verhängt, der mit einer Drohne arbeitet. Der Unternehmer aus dem Kreis Vorpommern-Greifswald muss 1.500 Euro Strafe zahlen, sagte Steffen Wehner, Sprecher des Ministeriums. Der Fotograf habe die Strafe bereits akzeptiert.

Der Mann hatte die Drohne mehrfach ohne nötige Aufstiegsgenehmigung genutzt und die Bilder auch veröffentlicht. So sei die Drohne bei einem Dorffest mehrfach abgesackt und sehr tief über die Leute hinweggeflogen, erzählt Wehner. Bei der Polizei habe es Anzeigen gegeben.

Unbemannte Flugobjekte nur mit Genehmigung

Das Ministerium sei die oberste Luftfahrtbehörde, erklärte Wehner. Unbemannte Flugobjekte dürften generell nur mit Aufstiegsgenehmigung betrieben werden - allerdings in einer maximalen Höhe von 100 Metern. Die Genehmigung kostet 150 Euro. Das gelte auch für Modellflieger, so Wehner. Bei Verstößen seien Bußgelder bis zu 50.000 Euro möglich.

Die Piloten-Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" hatte im November den Gesetzgeber aufgefordert, Drohnenflüge klar zu regulieren. Für Drohnen-Piloten sollte eine Lizenz auf einem vergleichbaren Niveau zur bemannten Luftfahrt eingeführt werden. Darüber hinaus wurde eine Versicherungspflicht gefordert.

Drohnen kommen Flugzeugen gefährlich nahe

Drohnen sind eine Herausforderung für die Luftfahrt - und das nicht nur in Deutschland. So hatte zum Beispiel in Floridia eine Drohne die Route eines Passagierflugzeuges gekreuzt. Und in Vancouver hatte eine Drohne Nahaufnahmen eines Passagierjets bei der Landung gemacht. "Sie können das Triebwerk eines Flugzeugs mit ein paar Enten ausschalten", sagte Luftfahrtexperte Mark Miller im kanadischen Fernsehsender CTV. "Überlegen Sie, welche Schäden Sie mit einem großen ferngesteuerten Helikopter anrichten könnten."

© dpa, Daniel Karmann Lesen Sie auch: Ferngesteuerte Mini-Flieger als Risiko für Luftfahrt

"Die Lage hat sich in eine moderne Version des Wilden Westens verwandelt, wo die Leute denken, alles sei erlaubt", zitierte das "Wall Street Journal" eine Quelle im Bezug auf die Situation in den USA. Der Markt für Drohnen wächst so schnell, dass die Behörden mit der Regulierung kaum hinterherkommen. Die internationale Industrie- und Handelsgruppe Association for Unmanned Vehicle Systems International (AUVSI) schätzt, bis zum Jahr 2020 jährlich 160.000 Drohnen verkaufen zu können.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ein Flugzeug landet. Weniger Unfalltote denn je in der Luftfahrt

    2017 war das Jahr mit den bislang wenigsten Todesopfern in der zivilen Luftfahrt, heißt es in einer Analyse des Aviation Safety Network. Dennoch warnt der BDL vor neuen Gefahren am Himmel.

    Vom 03.01.2018
  • Eine Drohne unterwegs im Sonnenuntergang. Erstmals einheitliche Drohnen-Regelungen in allen EU-Ländern

    Drohnen könnten beim Absturz Menschen verletzen, deshalb müssten sie und ihre Piloten registriert werden. Das sagt die EU und schreibt erstmals einheitliche Regeln für alle Mitgliedstaaten fest - auch für jene Fluggeräte unter 150 Gramm. Nun müssen Vorgaben ausgearbeitet werden.

    Vom 01.12.2017
  • In der Luftfahrt arbeiten viele Hände zusammen. Alles bleibt neu im Reiserecht

    Firmenbeitrag Im kommenden Jahr ändern sich die Regelungen im Reiserecht. Das betrifft nicht nur Reisebüros. Auch Fachkräfte bei Flughäfen und Airlines müssen sich auf Neuerungen einstellen. Ein Überblick zur Novellierung des Luftsicherheitsgesetzes.

    Vom 15.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus