ILA-Fahnen © Messe Berlin
Die Zukunft der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) ab dem Jahr 2012 ist weiter ungewiss. Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf und Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (beide Linke) verständigten sich bei einem ersten offiziellen Meinungsaustausch letzte Woche in der Hauptstadt darauf, die ILA langfristig in der Region halten zu wollen. Sollte bis Ende des Jahres die Finanzierung eines neuen ILA-Geländes nicht geklärt sein, will sich der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) nach alternativen Standorten umsehen.
«Wir müssen sehen, dass die Voraussetzungen zur Durchführung der Messe geklärt und dafür akzeptable Bedingungen gefunden werden», sagte Wolf. «Die Situation ist ernst», ergänzte Christoffers. Bis Ende des Jahres müsse eine Lösung gefunden werden.
Durch den Bau des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) muss die ILA in Schönefeld auf ein neues Messegelände ausweichen. Die Projektpartner hatten sich nach BDLI-Angaben im Juli darauf geeinigt, ein Messegelände im südlichen Bereich des BBI nahe der Gemeinde Selchow zu entwickeln. Dabei handele es sich um eine Willensbekundung, sagte BDLI-Sprecher Christopher Bach.
Investoren für neues Messegelände fehlen noch
Christoffers räumte ein, dass sich die Suche nach privaten Investoren schwierig gestalte. Die Entwicklungskosten des neuen Geländes, auf der neben der ILA auch andere Messen ausgerichtet werden sollen, lägen aber deutlich unter der in Medienberichten genannten Summe von 120 Millionen Euro.
Wolf sagte, die ILA sei nicht nur für Berlin und Brandenburg von Bedeutung, sondern als drittgrößte europäische Leistungsschau der Branche auch für Deutschland. Daher werde auch eine Verständigung mit der Bundesregierung gesucht.
Bach bestätigte die Schwierigkeiten bei der Finanzierung des geplanten ILA-Areals: «Es hapert derzeit an Investoren.» Bevor ein privater Geldgeber sich überhaupt engagiere, müssten zunächst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden.
Entscheidung in wenigen Wochen
Das Gelände bei Selchow sei der Wunschstandort des BDLI für die ILA, sagte Bach. Sollte bis Jahresende aber keine Lösung gefunden werden, müsse der BDLI zur Wahrung der Interessen der Industrie nach alternativen Standorten suchen. Im Gespräch war bereits Leipzig. Es gebe aber weitere Optionen, sagte Bach.
Wolf sagte, die Diskussion um andere ILA-Standorte sei Teil des Geschäfts. Damit werde versucht, Druck aufzubauen. Es seien bereits Arbeitsaufträge zur genauen Lokalisierung des geplanten ILA-Areals vergeben worden. «In zwei Wochen wissen wir mehr», fügte der Senator hinzu.
CDU-Wirtschaftsexperte Heiko Melzer kritisierte, die Linke habe «bis auf Lippenbekenntnisse nichts gesagt zur Zukunft der ILA». Der Senat sei in der Verantwortung, konkrete Konzepte vorzulegen. «Die Zeit drängt. Wir brauchen kurzfristig eine Lösung», sagte Melzer.
ILA-Pressesprecher Wolfgang Rogall erklärte den «enormen Zeitdruck» damit, dass die Planungen für ein neues ILA-Areal sehr kompliziert seien. Alle Partner zögen aber an einem Strang. «Ich gehe davon aus, dass eine Lösung gefunden wird», sagte Rogall.
Im Jahr 1909 war die ILA erstmals als Internationale Luftschifffahrt-Ausstellung in Frankfurt am Main veranstaltet worden. Seit 1992 wird sie alle zwei Jahren auf dem Flughafen Schönefeld ausgerichtet, das nächste und letzte Mal vom 8. bis 13. Juni 2010.
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