IG Metall kündigt Warnstreik bei Airbus-Tochter an

26.01.2015 - 15:23 0 Kommentare

Die IG Metall läuft sich für die erste große Warnstreikwelle in Bayern warm. Wenn die nächste Runde der Tarifverhandlungen am Mittwoch kein Ergebnis bringt, soll es losgehen - unter anderem bei einer Airbus-Tochter.

Eine Legemaschine legte bei Premium Aerotec die ersten Kohlefaser-Schichten, aus denen nach dem Aushärten in einem besonderen Ofen eine Rumpfschale für den Airbus A350-1000 wird. - © © Premium Aerotec -

Eine Legemaschine legte bei Premium Aerotec die ersten Kohlefaser-Schichten, aus denen nach dem Aushärten in einem besonderen Ofen eine Rumpfschale für den Airbus A350-1000 wird. © Premium Aerotec

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie drohen in den kommenden Wochen massive Warnstreiks mit Zehntausenden Beteiligten. Sofern es in der nächsten Runde der Tarifverhandlungen am Mittwoch, 28. Januar, keine Einigung gibt, plant die IG Metall von Donnerstag an jeden Tag Protestaktionen. «Wir werden an zwölf Tagen circa 80.000 Kollegen zu Warnstreiks aufrufen», sagte der bayerische IG Metall-Chef Jürgen Wechsler am Montag in München.

Den Auftakt bilden Aktionen um Mitternacht, direkt nach dem Ende der Friedenspflicht, in Augsburg bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec sowie bei Schaeffler in Schweinfurt. Die erste Warnstreikwelle soll bis zum 13. Februar dauern. Nach einer Pause über die Faschingstage will die Gewerkschaft die Aktionen dann ab dem 18. Februar bis zum Monatsende nochmals steigern.

«Drohszenario für weitere Gespräche wenig konstruktiv»

Die Arbeitgeber kritisierten die Ankündigungen. «Der Aufbau dieses Drohszenarios ist für die weiteren Gespräche wenig konstruktiv», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie, Bertram Brossardt. In Zeiten, in denen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Metall- und Elektrounternehmen gegenüber ausländischen Konkurrenten ohnehin schwinde, seien Warnstreiks ein gefährliches Instrument. «Lösungen sind am Verhandlungstisch zu finden.»

Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld für die 790.000 Beschäftigten der Branche in Bayern sowie Verbesserungen bei der Altersteilzeit und Weiterbildung. Die Arbeitgeber hatten die Vorstellungen der Gewerkschaft als realitätsfern kritisiert und auf eine stagnierende Produktionslage und sinkende Auftragseingänge verwiesen.

In der ersten Verhandlungsrunde Mitte Januar in Augsburg waren sich beide Seiten nicht näher gekommen. Vor allem die Forderung nach besseren Regelungen für die Weiterbildung ist aus Sicht von Wechsler ein Knackpunkt in den Verhandlungen.

Von: dpa
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