IG Metall bereitet sich auf nächste Tarifverhandlungen vor

28.01.2016 - 15:23 0 Kommentare

Die IG Metall Baden-Württemberg fordert ein Lohnplus von fünf Prozent für die Beschäftigten der Branche. Der Arbeitgeberverband Nordmetall schließt hingegen größere Zugeständnisse aus. Beide Positionen werden die anstehenden Tarifverhandlungen beeinflussen.

Blick in eine Produktionshalle bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder - © © dpa - Christian Charisius

Blick in eine Produktionshalle bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder © dpa /Christian Charisius

Die IG Metall Baden-Württemberg fordert fünf Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Darüber informierte sie am Donnerstag. Die Forderung für die Branche mit mehr als 800.000 Beschäftigten im Südwesten geht wie die der anderen Tarifbezirke als Empfehlung an den Gewerkschaftsvorstand.

Auf dieser Grundlage will die IG-Metall-Spitze am 2. Februar ihre Forderungsempfehlung bekanntgeben. Ende Februar beschließt der Bundesvorstand nach nochmaligen regionalen Beratungen die Forderung endgültig. Die Verhandlungen in den Tarifgebieten starten Mitte März.

Eine ähnliche Lohnforderung wie im Pilotbezirk Baden-Württemberg stellt die IG Metall auch in den Bezirken Küste und Niedersachsen, schreibt der "Spiegel".

"Falsche Zeit für tarifliche Höhenflüge"

Vor Beginn der Tarifrunde hatte der Arbeitgeberverband Nordmetall größere Zugeständnisse ausgeschlossen. "Für tarifliche Höhenflüge ist das wirklich die falsche Zeit", sagte Verhandlungsführer Thomas Lambusch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er betonte: "Maßhalten ist angesagt, die Standort- und Arbeitsplatzsicherung müssen diesmal im Vordergrund stehen." Es gebe einige wenige Leuchttürme, denen es sehr gut gehe, sagte er. Dies sei beispielsweise bei Airbus der Fall.

Der Flugzeughersteller war im vergangenen Jahr ein Schwerpunkt der Warnstreiks im Norden. Und Arbeitsniederlegungen sind auch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen, die Arbeitgeber wollen diese notfalls sogar riskieren, wie die "Wirtschaftswoche" exklusiv berichtete.

Lambusch sagte, er hoffe auf eine lange Laufzeit des Tarifvertrages, um den Unternehmen Planungssicherheit zu ermöglichen. Zugleich warnte er die Gewerkschaft vor zu hohen Forderungen. "Nach dem letzten Abschluss haben wir sehr deutliche Signale bekommen, dass wir uns so etwas als Arbeitgeberverband nicht noch einmal leisten können."

Nordmetall vertritt 250 Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nordwestniedersachsen mit insgesamt rund 110.000 Beschäftigten.

Vorherige Tarifrunde brachte Lohnplus von 3,4 Prozent

In der vorangegangenen Tarifrunde hatten IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall einen Pilotabschluss in Böblingen geschmiedet. Demnach erhielten die 3,7 Millionen Beschäftigten der Schlüsselindustrie vom 1. April 2015 an 3,4 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von insgesamt 150 Euro. Hinzu kamen Regelungen zur Weiterbildungsteilzeit und Altersteilzeit. In dieser Runde wird es aller Voraussicht nach nur um eine Lohnerhöhung gehen.

Von: gk, dpa-AFX
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