Beruf & Karriere

IG Metall stellt Umfrage zu Leiharbeit und Werkverträgen vor

25.08.2014 - 14:20 0 Kommentare

Wie steht es mit der Leiharbeit und Werkverträgen in der deutschen Luftfahrtbranche? Dies wollte jetzt die IG Metall wissen, und ist mit ihrer Umfrage unter Betriebsräten zu interessanten Zahlen gekommen.

Fachkräfte arbeiten im Airbuswerk Finkenwerder in Hamburg an Flugzeugen der A320-Familie. - © © dpa - M. Gambarini

Fachkräfte arbeiten im Airbuswerk Finkenwerder in Hamburg an Flugzeugen der A320-Familie. © dpa /M. Gambarini

Etwa jeder achte Mitarbeiter in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein Leiharbeiter. Bundesweit beträgt der Branchendurchschnitt nach den jüngsten Zahlen der IG Metall Küste derzeit 12,6 Prozent. Deutlich höher liegt die Quote in Norddeutschland. Hier wird der Anteil an Leiharbeitern mit 18 Prozent angegeben.

Jeder zweite Leiharbeiter arbeitet deutschlandweit in der Produktion, im Engineering liegt die Quote bei 41,6 Prozent. Eine Betriebsvereinbarung zur Leiharbeit gibt es in zwei Dritteln der Betriebe - in Norddeutschland aber nur in jedem zweiten.

Norddeutschland - mit Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern - repräsentiert 41 Prozent der in der Branche Beschäftigten. Schon aus diesem Grund sind einige weitere Zahlen aus der jüngsten Gewerkschaftserhebung interessant. So werden deutschlandweit in 39 Prozent aller Betriebe die Leiharbeiter nach dem sogenannten Equal-Pay-Prinzip ("Gleiche Bezahlung") bezahlt, im Norden sind es 61 Prozent. Dort wird allerdings nur von jedem dritten Betrieb der Tarifvertrag für Branchenzuschläge in der Leiharbeit angewandt. In ganz Deutschland ist es gut jeder zweite.

Beschäftigte der Luft- und Raumfahrtindustrie nach Bundesländern. Foto: © IG Metall,

Andererseits ist die Chance auf einen späteren Job beim Leihbetrieb in Norddeutschland höher als im Bundesschnitt. 57,2 Prozent aller Neueinstellungen entfielen den Angaben zufolge auf ehemalige Leiharbeiter. Deutschlandweit liegt diese Quote bei 41,8 Prozent.

Gewerkschaft: Werkverträge bleiben “mitbestimmungsfreie Zone”

Bei den Werkverträgen kommt die IG Metall zum Schluss, dass diese nicht nur in Randbereichen zum Einsatz kommen, sondern auch in Kernbereichen verbreitet sind. Gleichzeitig sprechen die Gewerkschafter von einer “mitbestimmungsfreien Zone”.

So gibt es deutschlandweit nur in 14,5 Prozent aller Betriebe eine Betriebsvereinbarung zur Regulierung von Werkverträgen - in Norddeutschland sogar in keinem der Unternehmen. Und während in der gesamten Branche in gut jeder vierte Betrieb den Betriebsrat bei der Vergabe von Werkverträgen beteiligt, ist es im Norden nur etwa jeder zehnte.

Und Werkverträge liegen offenbar “im Trend”. So gehen 22,6 Prozent der Betriebsräte in der Luftfahrtbranche von einem Anstieg aus. In Norddeutschland waren es sogar 40 Prozent der Befragten.

Für die Erhebung hatte die IG Metall Betriebsräte der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie befragt. 62 Betriebe mit insgesamt rund 72.000 Mitarbeitern hatten sich daran beteiligt.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Zeitarbeit hat ihre Vor- und Nachteile

Von: airliners.de
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