ICAO-Plan: Passagiermaschinen sollen Koordinaten ständig senden

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO will Vorfälle wie das Verschwinden von Flug MH370 verhindern. Darum sollen Flugzeuge im Notfall minütlich ihr Signal senden. Auch bei den Flugschreibern sind Änderungen geplant.

Ein Flugzeug im Landeanflug. - © © dpa - Bernd Settnik

Ein Flugzeug im Landeanflug. © dpa /Bernd Settnik

Nach dem mysteriösen Verschwinden einer Malaysia-Airlines-Maschine (Flug MH370) vor knapp einem Jahr will die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO derartige Vorfälle künftig mit Hilfe zusätzlicher technischer Vorkehrungen verhindern. Wie es aus diplomatischen Kreisen hieß, sieht ein Aktionsplan der ICAO vor, dass Flugzeuge ab Ende des Jahres im Notfall oder bei anderen außergewöhnlichen Vorkommnissen minütlich ein Signal absetzen. Dadurch sollen sie beispielsweise nach einem Absturz ins Meer leichter zu orten sein.

Das Vorhaben werde den 191 ICAO-Mitgliedstaaten bei einer Luftfahrtsicherheitskonferenz vorgelegt, die noch bis Donnerstag im kanadischen Montréal stattfindet. Die Mitgliedstaaten sollen den Angaben zufolge drei Monate Zeit bekommen, um ihre Anmerkungen zu dem Vorhaben zu machen. Ein endgültiger Entwurf werde ihnen vor Jahresende zur Abstimmung vorgelegt.

Signal soll Rettungseinsätze erleichtern

Bei normalen Flügen sollen die Passagiermaschinen alle 15 Minuten ein Ortungssignal absetzen. In außergewöhnlichen Situationen, etwa bei einer unvorhergesehenen Abweichung von der Flugroute oder in Notfällen - wie zum Beispiel eine bedeutende Veränderung der Flughöhe oder eine außergewöhnlich hohe Geschwindigkeit - soll das Signal minütlich gesendet werden. Damit kann ein Flugzeug bis auf gut elf Kilometer genau geortet werden, was Rettungs- und Bergungseinsätze erleichtert.

Die Signale sollen im Einsatzzentrum der jeweiligen Fluggesellschaft ausgewertet werden. Bei einem Notfall müsse die jeweils zuständige Flugaufsicht des betreffenden Luftraums verständigt werden, hieß es aus Kreisen, die mit dem Vorhaben vertraut sind.

Flugschreiber soll aus Leitwerk geschleudert werden

Die ICAO wird den Angaben zufolge den Flugzeugbauern überdies empfehlen, ihre Maschinen mit zusätzlichen Flugschreibern auszurüsten. Sie sollen im Leitwerk platziert und im Falle eines Absturzes herausgeschleudert werden. Wenn sich das Unglück über dem Meer ereignet, würden diese auf der Wasseroberfläche schwimmenden Stimmen- und Flugdatenrecorder schnell gefunden. Ab 2021 soll ihr Einbau Pflicht sein.

Am 8. März 2014 war eine Boeing 777 von Malaysia Airlines auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwunden. Von ihr fehlt bis heute jede Spur.

Von: AFP

Datum: 02.02.2015 - 12:08

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