ICAO kündigt grundlegende Luftraum-Sicherheitsuntersuchung an

30.07.2014 - 11:06 0 Kommentare

Nach dem mutmaßlichen Abschuss von Malaysia Airlines Flug MH17 über dem Osten der Ukraine plant die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) eine grundlegende Sicherheitsuntersuchung.

Ein Flugzeug fliegt über Nürnberg zwischen den Wolken hindurch.  - © © dpa - Daniel Karmann

Ein Flugzeug fliegt über Nürnberg zwischen den Wolken hindurch. © dpa /Daniel Karmann

Nach dem Flugzeugabsturz in der Ukraine hat die ICAO eine Sicherheitsuntersuchung für Lufträume angekündigt. Die Tragödie habe «beunruhigende Sorgen in Hinsicht auf die zivile Luftfahrt von, nach und über Krisengebieten aufgeworfen», sagte der Chef der UN-Agentur ICAO, Raymond Benjamin, am Dienstag.

«MH17 habe eine Lücke im Sicherheitssystem gezeigt», sagte Tony Tyler, Chef der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA). «Fluggesellschaften brauchen klare Informationen, wo das Fliegen sicher ist.» Das bereitzustellen sei Aufgabe der Staaten.

Gemeinsames Statement veröffentlicht

Zuvor hatten sich die Luftfahrtorganisationen ICAO, IATA, Airports Council International (ACI) und die Civil Air Navigation Services Organization (CANSO) am Hauptsitz der ICAO in Montreal zu einem Krisentreffen zusammengefunden und anschließend ein gemeinsames Statement veröffentlicht (PDF).

An der Task Force sollen Experten von Regierungen und aus der Industrie beteiligt sein. Sie sollen Vorschläge für die bessere Sammlung und Verbreitung von Sicherheitsinformationen vorlegen. Außerdem sollen sie bereits bestehende UN-Regulierungen hinsichtlich moderner Abwehrsysteme für Flugzeuge durchsehen und prüfen, wie diese besser in nationales Recht integriert werden können. Im kommenden Februar sollen all diese Dinge bei einer Konferenz mit allen ICAO-Mitgliedsstaaten erneut besprochen werden.

dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Fluggesellschaften und Piloten fordern neue Richtlinien zur Flugroutensicherheit

Bereits vor der ICAO-Zusammenkunft hatten sich Pilotenverbände und Fluggesellschaften zum Thema geäußert und neue Richtlinien zur Flugroutensicherheit gefordert. Bei der Katastrophe waren vor rund zwei Wochen alle 298 Menschen an Bord des malaysischen Flugzeugs ums Leben gekommen.

Von: dpa, airliners.de
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