Weltweite Lösung gefordert

IATA: Widerstand gegen ETS wächst

08.02.2012 - 08:03 0 Kommentare

Der Widerstand gegen den EU-Emissionshandel (ETS) nimmt laut der IATA zu. Der Branchenverband fürchtet Vergeltungsmaßnahmen für europäische Fluggesellschaften und erneuerte seine Forderung nach einer globalen Lösung.

Landeanflug vor Abendsonne - © © dpa -

Landeanflug vor Abendsonne © dpa

Der Widerstand gegen den EU-Emissionshandel (ETS) für die Luftfahrt wird nach Angaben des Branchenverbandes IATA immer stärker. Außereuropäische Regierungen sähen in der unilateralen Maßnahme "einen Angriff auf ihre Souveränität", sagte IATA-Chef Tony Tyler am Dienstag in Brüssel. "Mindestens 43 Staaten" hätten bislang ihren starken Widerstand gegen das ETS deutlich gemacht, sagte Tyler. "Airlines aus Europa könnten einige Vergeltungsmaßnahmen drohen", fügte der IATA-Chef hinzu.

Angesichts der weltweiten Kritik dringt der Branchenverband auf eine globale Lösung im Rahmen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO). Dort könnte ein Weg aus der "Sackgasse" der europäischen Pläne gefunden werden, hieß es in einer IATA-Erklärung. Die EU-Kommission hatte zuvor schon mehrfach betont, dass sie ein weltweites Abkommen zur Eindämmung des Schadstoff-Ausstoßes durch die Luftfahrt grundsätzlich befürworte.

Der 2005 eingeführte europäische Emissionshandel gilt seit dem 1. Januar 2012 auch für die Luftfahrt. Demnach müssen alle Airlines mit Start- oder Landeort in der EU Verschmutzungszertifikate pro Tonne ausgestoßenen Klimagases für ihre Flüge vorweisen. Den Großteil bekommen sie gratis, einen Teil müssen sie kaufen. Abgerechnet für 2012 wird erst im Frühjahr 2013.

Am Montag hatte China seinen Airlines die Teilnahme am ETS untersagt. Auch die USA, Russland und Indien sind gegen die Einbeziehung ihrer Fluggesellschaften in das ETS. Verschiedene Staaten hatten bereits vor dem Europäischen Gerichtshof erfolglos gegen die Regelung geklagt.  

Von: AFP
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