Ölpreis knackt 100-Dollar-Marke

IATA warnt vor steigenden Beschaffungskosten

03.02.2011 - 12:53 0 Kommentare

Nachdem die Fluggesellschaften sich langsam von der Wirtschafts- und Finanzkrise erholen, sieht der internationale Luftfahrtverband IATA bereits die nächste Krise am Horizont. Denn politische Unruhen im Nahen Osten lassen den Ölpreis steigen - Treibstoff macht aber 27 Prozent der Betriebskosten aus.

IATA-Chef Giovanni Bisignani - © © airliners.de - O. Pritzkow -

IATA-Chef Giovanni Bisignani © airliners.de - O. Pritzkow

Der Luftfahrt-Branchenverband IATA hat vor negativen Auswirkungen der steigenden Ölpreise auf die Erholung des Luftverkehrs von der Wirtschaftskrise gewarnt. "Treibstoff macht 27 Prozent der Betriebskosten aus, und ein weiter steigender Ölpreis könnte den Spaß verderben", sagte der Generaldirektor der International Air Transport Association (IATA), Giovanni Bisignani, am Mittwoch.

Für 2011 sagt der Verband derzeit einen Gewinn auf Basis eines Ölpreises von 84 Dollar (etwa 61 Euro) pro Barrel vorher, wegen der politischen Unruhen in Ägypten bewegt sich der Ölpreis allerdings zur Zeit um 100 Dollar pro Barrel.

Die Passagiernachfrage im internationalen Luftverkehr stieg laut IATA 2010 um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, beim Frachtverkehr lag der Zuwachs bei 20,6 Prozent. Für 2011 sagt der Verband einen erneuten Anstieg der Passagiernachfrage vorher, nachdem sie 2008 wegen der Wirtschaftskrise eingebrochen war. Dennoch sei 2011 für die Fluglinien mit einem Rückgang des Nettogewinns um 40 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar zu rechnen.

Die Fluggesellschaften hätten das Jahr 2010 etwas besser als auf dem Vorkrisenniveau von Anfang 2008 abgeschlossen, sagte Bisignani. Die Gewinnmarge in diesem Jahr von 2,7 Prozent sei jedoch "erbärmlich". Die zukünftige Herausforderung werde sein, die steigende Nachfrage nach Mobilität in nachhaltige Gewinne umzuwandeln.

Der Luftfahrtverband IATA repräsentiert rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen.

Von: AFP
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