IATA: Wachstum im März abgeschwächt

03.05.2011 - 16:47 0 Kommentare

Die Passagiernachfrage im internationalen Flugverkehr hat sich im März im Vergleich zum Vorjahresmonat abgeschwächt. Das Frachtgeschäft verzeichnete dagegen einen Aufwärtstrend. Das ist das Ergebnis der aktuellen Verkehrszahlen der International Air Transport Association (IATA).

Flugpassagiere vor einer Anzeigetafel am Flughafen Frankfurt - © © dpa - Arne Dedert

Flugpassagiere vor einer Anzeigetafel am Flughafen Frankfurt © dpa /Arne Dedert

Das Wachstum der Passagiernachfrage im internationalen Flugverkehr hat sich im März 2011 auf 3,8 Prozent abgeschwächt. Im Februar 2011 hatte das Wachstum – jeweils verglichen mit dem Vorjahresmonat - noch bei 5,8 Prozent gelegen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Verkehrszahlen, welche die International Air Transport Association (IATA) am Dienstag veröffentlicht hat. Im Frachtverkehr hingegen melden die Fluggesellschaften mit einem Plus von 3,7 Prozent (Februar 2011: 1,8 Prozent) einen Aufwärtstrend. Im direkten Vergleich mit dem Vormonat ist die Nachfrage im März 2011 im Passagierverkehr um 0,3 Prozent gesunken, während die Nachfrage im Cargobereich um 4,5 Prozent anzog.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: „Der Aufschwung im Luftverkehr hat im März stark an Dynamik verloren. Die Branche hat aufgrund des Erdbebens und des Tsunamis in Japan sowie den politischen Unruhen im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika zwei Prozentpunkte an Nachfrage eingebüßt.“

Die Entwicklungen in Japan haben die Zahlen im internationalen Luftverkehr insgesamt um ein Prozent sinken lassen. Regional betrachtet haben Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum mehr als zwei Prozent Verkehrsleistung eingebüßt, Airlines in Nordamerika ein Prozent sowie in Europa 0,5 Prozent. Mit einem Rückgang der Nachfrage um 22 Prozent war der japanische Inlandsmarkt am stärksten betroffen.

Die Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika haben die Nachfrage im internationalen Verkehr um 0,9 Prozentpunkte gedrückt. In Ägypten und Tunesien lagen die Verkehrszahlen im März 2011 zwischen zehn und 25 Prozent unter dem Normalniveau. Die Militäraktionen in Libyen haben nahezu den gesamten Verkehr von und nach Libyen sowie innerhalb des Landes zum Erliegen gebracht.

Verkehrzahlen der einzelnen Regionen

In Europa ist die Passagiernachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,3 Prozent gestiegen. Das Wachstum lag deutlich unter den 7,4 Prozent, die noch im Februar registriert wurden. Verglichen mit Februar 2011 haben europäische Airlines die Kapazitäten um 0,5 Prozent ausgebaut. Bedingt durch ein Null-Wachstum bei der Passagiernachfrage ist die Auslastung um 0,3 Prozentpunkte auf 75,3 Prozent gesunken. Mit Ausnahme von Japan bleibt das Langstreckengeschäft stark, allerdings trüben schwache wirtschaftliche Aussichten die Nachfrage im innereuropäischen Verkehr.

Fluggesellschaften in Nordamerika meldeten ein Wachstum der Passagiernachfrage von 3,7 Prozent (Februar 2011: 6,7 Prozent). Die Auslastung ist um 0,9 Prozentpunkte auf 76,9 Prozent gesunken.

Im asiatisch-pazifischen Raum verzeichneten Airlines den stärksten Einbruch der Verkehrszahlen. Während die Nachfrage zum Vorjahresmonat März 2010 unverändert blieb, registrierten Fluggesellschaften im Vergleich zum Vormonat Februar 2011 ein Minus von 2,2 Prozent. Bedingt durch den Ausbau der Kapazitäten um 0,8 Prozent ist die Auslastung im März 2011 um 2,3 Prozentpunkte auf 74,2 Prozent zurückgegangen.

In Lateinamerika sind die Verkehrszahlen verglichen mit dem Vorjahresmonat um 22,2 Prozent angestiegen. Dieses deutliche Plus ist auf das Erdbeben in Chile 2010 zurückzuführen, das die Nachfrage stark gedrückt hatte. Im Nahen und Mittleren Osten ist das Wachstum der Nachfrage auf 5,6 Prozent gesunken (Februar 2011: 8,3 Prozent). In Afrika sanken die Verkehrszahlen um 7,0 Prozent.

Aufgrund der aktuellen Lage in Japan sowie im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika bleibt die Nachfrage im zweiten Quartal 2011 gedämpft. Allerdings ist aufgrund des generell starken Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte mit einer Erholung sowohl im Passagier- wie im Frachtgeschäft zu rechnen.

Die große Unsicherheit bleibe der Ölpreis, sagt Bisignani. Es scheint, dass sich das Wirtschaftswachstum außerhalb Europas selbst bei einem Preis im Bereich von 120 US-Dollar pro Barrel fortsetze, ergänzt er. Die hohe Nachfrage von Geschäftsreisenden nach Premium-Produkten führte im Februar zu einem Wachstum von 7,7 Prozent. Aber viele Urlaubs-Reisende hätten angesichts des hohen Ölpreises auf Flugreisen verzichtet, was sich an einem deutlich niedrigeren Wachstum der Nachfrage nach Economy Class Flügen zeige. Dieses lag im Februar 2011 bei nur 3,3 Prozent.

Von: IATA, airliners.de
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