Politische Unruhen drücken aufs Ergebnis

IATA: Wachstum im Februar abgeschwächt

29.03.2011 - 15:34 0 Kommentare

Die Passagiernachfrage im internationalen Flugverkehr ist im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,0 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Verkehrszahlen der International Air Transport Association (IATA). Im Januar lag der prozentuale Zuwachs im Jahresvergleich noch bei 8,2 Prozent.

Reisende warten vor der Anzeigtafel - © © dpa -

Reisende warten vor der Anzeigtafel © dpa

Die Passagiernachfrage im internationalen Flugverkehr ist im Februar 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,0 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Verkehrszahlen, die die International Air Transport Association (IATA) heute veröffentlicht hat. Im Frachtverkehr konnte im Februar 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 2,3 Prozent verzeichnet werden.

Damit lag das Wachstum im Februar 2011 deutlich unter den aktualisierten 8,4 Prozent im Passagier- und 8,7 Prozent im Cargoverkehr, die noch im Januar registriert wurden. Die politischen Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika im Februar drücken die internationalen Verkehrszahlen geschätzt um ein Prozent. Fast der gesamte Rückgang bei der Passagiernachfrage ist Resultat der politische Lage in dieser Region.

Der - im Vergleich zur Passagiernachfrage - stärkere Rückgang des Frachtgeschäfts (Januar 2011: 8,7 Prozent; Februar 2011: 2,3 Prozent) ist neben den Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika unter anderem auf vorübergehende Fabrikschließungen anlässlich des chinesischen Neujahrsfests zurückzuführen, das in die erste Februarhälfte 2011 fiel.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: „Eine neue Negativserie versetzt dem Aufschwung der Branche einen Dämpfer. Nachdem sich die Unruhen von Ägypten und Tunesien auf den gesamten Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika ausgeweitet haben, sinkt die Verkehrsnachfrage in dieser Region. Das Erdbeben von Japan und seine Folgen werden die Nachfrage ab März sicherlich weiter dämpfen“

Die Auslastung im Passagier- und Frachtgeschäft ist im Februar 2011 zurückgegangen. Im Passagierverkehr lag die Auslastung bei 73,0 Prozent. Saisonal bereinigt wurde im Februar ein Rückgang von 2,2 Prozentpunkten gegenüber den letzten Spitzenwerten registriert, was auf ein überproportionales Wachstum der Kapazitäten im Vergleich zur Nachfrage zurückzuführen ist. Im Cargogeschäft ist die Auslastung noch deutlicher auf 51,6 Prozent gesunken. Dies entspricht einem saisonal bereinigten Rückgang seit Mai 2010 um 4,0 Prozentpunkte.

Im Februar 2011 lagen die Verkehrszahlen 16 Prozent über dem Tiefpunkt von Anfang 2009 und etwa fünf Prozent über den Spitzenwerten des Vorkrisenzeitraums von Anfang 2008.

Die Verkehrzahlen der einzelnen Regionen:

In Europa ist die Passagiernachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,4 Prozent (Kapazitätswachstum: 9,8 Prozent) gestiegen. Der Rückgang des Wachstums (Januar 2011: 7,9 Prozent) ist auf den Ausfall von Verbindungen nach Nordafrika aufgrund der dortigen politischen Unruhen zurückzuführen.

Fluggesellschaften in Nordamerika meldeten ein Wachstum der Passagiernachfrage von 6,7 Prozent (Kapazitätswachstum: 11,9 Prozent). Auf das Ergebnis der Airlines drückten insbesondere Flugausfälle aufgrund winterlicher Witterungsbedingungen sowie die Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika.

Im asiatisch-pazifischen Raum verzeichneten Airlines ein Passagier-Wachstum von 3,0 Prozent (Januar 2011: 6,3 Prozent), im Nahen und Mittleren Osten von 8,4 Prozent (Januar 2011: 12,0 Prozent). In Lateinamerika sind die Verkehrszahlen um 11,8 Prozent gestiegen. In Afrika sind die Verkehrszahlen verglichen mit Januar 2011 aufgrund der politischen Unruhen um 13,1 Prozent zurückgegangen. Ägypten und Tunesien machen insgesamt 18 Prozent des afrikanischen Luftfahrtmarktes sowie 0,6 Prozent der weltweiten Flugkapazitäten aus.

Die Lage der Branche sei sehr instabil, sagt Bisignani. Die Nachfrage sei noch immer getrieben von einer stabilen gesamtwirtschaftlichen Lage. Aber bei einer sinkenden Nachfrage werde es für Fluggesellschaften eine Herausforderung, die gestiegenen Ölpreise aufzufangen. Die für 2011 vorhergesagte Gewinnspanne von nur 1,4 Prozent stehe unter erheblichem Druck, so Bisignani weiter.

Von: IATA
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