Überkapazitäten und steigende Ölpreise

IATA sieht Verlust-Prognosen bestätigt

01.07.2009 - 16:07 0 Kommentare

Die finanziellen Schwierigkeiten der Fluggesellschaften halten weltweit an. Besorgnis erregend sei vor allem die Entwicklung der Öl- und Treibstoffpreise, erklärte der Branchenverband IATA. Aber auch die Kapazitäten seien noch nicht ausreichend an die gesunkene Nachfrage angepasst worden.

Boeing 747-400 beim Start - © &cop -

Boeing 747-400 beim Start &cop<; AirTeamImages.com

Der Branchenverband hatte Anfang Juni seine Prognose revidiert und erwartet nun, vor allem aufgrund der Wirtschaftskrise, dass die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr rund neun Milliarden US-Dollar Verluste einfliegen werden. Bereits im ersten Quartal hatten die Airlines Verluste in Höhe von rund drei Milliarden Dollar verzeichnet. Diese Entwicklung entspreche der Prognose, so die IATA. Allerdings seien die Belastungen durch den steigenden Ölpreis bis dato noch gar nicht eingerechnet. Nach Schätzungen der IATA sind die Treibstoffpreise seit Anfang Mai um mehr als 30 Prozent oder 20 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Die Auswirkungen dieses Preisanstiegs hätten die Airlines noch gar nicht vollständig zu spüren bekommen.

Die IATA wies außerdem darauf hin, dass auch in den letzten Monaten die Erträge zurück gegangen sind, da die Airlines ihre Kapazitäten nicht genügend reduziert und an die gesunkene Nachfrage angepasst hätten. Obwohl die Passagierkapazitäten der Airlines im Mai weltweit rund fünf Prozent und die Frachtkapazitäten um zehn Prozent gesunken sind, entspreche dies immer noch nicht dem tatsächlichen Nachfragerückgang. Im Mai beförderten die Fluggesellschaften insgesamt 9,3 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Das Frachtaufkommen in diesem Zeitraum lag 17,3 Prozent unter dem Wert von Mai 2008. Nach Ansicht der IATA ist das Luftfrachtaufkommen stabil geblieben, seit es im Dezember seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Dennoch sei eine deutliche Erholung nicht in Sicht.

Das Problem der Überkapazitäten wird durch die Flottenmodernisierung vieler Airlines noch verstärkt. Wie die IATA weiter erklärt, nehmen die Fluggesellschaften weiterhin neue Maschinen entgegen, obwohl derzeit nur wenige oder keine älteren Maschinen stillgelegt werden. Daher sei die Zahl der weltweit eingesetzten Verkehrsflugzeuge im Mai trotz der anhaltenden Bemühungen, die Kapazitäten zu reduzieren, um 96 Maschinen gestiegen.

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Iata-Chef Alexandre de Juniac. Iata kritisiert EU-Fluggastrechte

    Die Iata rügt die EU für Entschädigungsregelungen bei Flugverspätungen: Niemand solle die Fehler der EU kopieren. Gleichzeitig korrigiert der Verband die Prognosen für 2017.

    Vom 05.12.2017
  • Leitwerk einer Air-Berlin-Maschine. Das lange Ende der Air Berlin

    Rückblick Der Fall der Air Berlin ordnet die Machtverhältnisse am europäischen Himmel neu. Lufthansa, Easyjet sowie IAG kaufen Teile der Konkurrentin. Auf der Strecke bleiben viele Mitarbeiter. airliners.de blickt auf die Pleite des Jahres zurück.

    Vom 29.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus