IATA revidiert Finanzprognose nach unten

15.09.2009 - 17:15 0 Kommentare

Der Airlinebranche wird nach Einschätzung ihres Branchenverbands IATA in diesem Jahr noch schlimmer von der Wirtschaftskrise getroffen als bislang befürchtet. Der Verlust der Fluggesellschaften werde sich voraussichtlich auf elf Milliarden US-Dollar belaufen.

Turbulenzen im Landeanflug - © © AirTeamImages.com -

Turbulenzen im Landeanflug © AirTeamImages.com

Die International Air Transport Association (IATA) hat heute ihre revidierte Finanzprognose für das Jahr 2009 veröffentlicht. Danach rechnet die IATA in diesem Jahr im globalen Luftverkehr mit Verlusten in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar. Dies sind 2 Milliarden US-Dollar mehr als die bislang prognostizierten Verluste über 9 Milliarden US-Dollar.

Die höheren Verluste führt die IATA vor allem auf die steigenden Ölpreise und die ausgesprochen schwache Ertragslage zurück. Für 2009 erwartet der Branchenverband – verglichen mit dem vergangenen Jahr - einen Umsatzrückgang um 80 Milliarden US-Dollar (15 Prozent) auf 455 Milliarden US-Dollar.

Zugleich hat die IATA ihre Schätzung der Verluste für das Jahr 2008 korrigiert. Als Folge buchhalterischer Anpassungen durch Neubewertungen und der Absicherung des Treibstoffpreises stiegen die Verluste demnach von 10,4 Milliarden US-Dollar auf 16,8 Milliarden US-Dollar.

Erholung frühestens 2012

„Die Verluste in dieser Krise sind mit 27,8 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2008/09 größer als nach den Ereignissen des 11. September 2001“, betonte Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA. Umsätze auf dem Niveau von 2008 könne die Branche frühestens im Jahr 2012 wieder erwarten, ergänzte er.

Ursachen für die düsteren Aussichten für die Luftfahrtbranche sind der IATA zufolge die anhaltend geringe Nachfrage sowohl im Passagier- als auch im Frachtbereich sowie die niedrigen Ertragsaussichten. Die Erträge gingen besonders im Premium-Segment stark zurück, hier sank die Nachfrage seit Juni um rund 20 Prozent. Steigende Ölpreise verstärken zudem den Druck auf die Fluggesellschaften. Alleine der Faktor Treibstoff belastet die Kassen der Airlines in diesem Jahr mit zusätzlich neun Milliarden US-Dollar.

Europäische Airlines besonders betroffen

Besonders gravierend trifft es die Fluggesellschaften in Europa, für die mit 3,8 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr mehr als doppelt so hohe Verluste erwartet werden als die noch im Juni 2009 prognostizierten 1,8 Milliarden US-Dollar. Besonders der europäische Langstreckenverkehr ist in der Krise dramatisch eingebrochen.

Fluggesellschaften in Nordamerika erwarten in diesem Jahr Verluste in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar, ebenfalls mehr als doppelt soviel wie die im Juni dieses Jahres prognostizierte eine Milliarde US-Dollar. Hohe Arbeitslosenzahlen und die Schuldenlast der US-Bevölkerung verhindern eine höhere Verkehrsnachfrage und höhere Erträge.

Fluglinien im asiatisch-pazifischen Raum erwarten zwar mit 3,6 Milliarden US-Dollar ebenfalls höhere Verluste (3,3 Milliarden US-Dollar in der bisherigen Prognose im Juni 2009), sie profitieren aber von einer Erholung der asiatischen Wirtschaftsbranche.

Einzig die Fluggesellschaften in Lateinamerika rechnen in diesem Jahr mit einem Erreichen des Break-Even (Juni 2009: 0,9 Milliarden US-Dollar Verlust). Die Airlines im Nahen Osten rechnen mit einem Verlust in Höhe von 0,5 Milliarden US-Dollar (Juni 2009: 1,5 Milliarden US-Dollar). Ebenfalls 0,5 Milliarden US-Dollar Verlust erwarten die Fluggesellschaften in Afrika, deren Prognose unverändert blieb.

Für 2010 erwartet die IATA derzeit Verluste in Höhe von rund 3,8 Milliarden US-Dollar. Diese Prognose basiert auf einem vorhergesagten Wachstum von 3,2 Prozent bei den Passagier- und fünf Prozent bei den Frachtzahlen. Außerdem rechnet der Branchenverband mit einer minimalen Ertragssteigerung von 1,1 Prozent im Passagier- und 0,9 Prozent im Frachtgeschäft sowie einem Ölpreis von 72 US-Dollar pro Barrel.

Von: IATA, dpa
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