2,5 statt 4,1 Milliarden US-Dollar

IATA prognostiziert geringere Verluste für 2009

09.12.2008 - 22:30 0 Kommentare

Sinkende Kerosinpreise helfen den Fluggesellschaften weltweit, ihre Verluste im kommenden Jahr zu begrenzen. Trotz sinkender Ölpreise gibt der Verband aber keine Entwarnung. Aufgrund der düsteren Wirtschafts-Aussichten rechnen die Fluggesellschaften weiterhin mit Verlusten in Milliardenhöhe.

Die weltweite Luftfahrtkrise ist nach Einschätzung des Branchenverbandes IATA trotz der kräftig gesunkenen Kerosinpreise noch nicht vorbei. "2009 wird ein weiteres hartes Jahr für alle", sagte IATA-Chef Giovanni Bisignani am Dienstag in Genf. Die Zahl der Fluggäste dürfte erstmals seit 2001, dem Jahr der Terroranschläge in den USA, zurückgehen. Branchenweit erwartet die IATA allerdings rückläufige Verluste. Mit 2,5 Milliarden Dollar dürfte das Minus nur halb so hoch ausfallen wie 2008. Bislang war die IATA für 2009 von 4,1 Milliarden Dollar Verlust ausgegangen. Besonders schlimm dürfte es die europäischen Airlines treffen. Die Verluste der europäische Fluggesellschaften dürften sich auf Milliarde US-Dollar verzehnfachen, schreibt die IATA. Die wichtigsten Volkswirtschaften des Kontinents seien bereits in einer Rezession, und viele Fluglinien hätten sich gegen steigende Treibstoffkosten abgesichert. Obwohl die Preise für Kerosin inzwischen gefallen sind, müssen sie noch immer recht hohe Einkaufspreise bezahlen. Der schwächer werdende Euro verstärke diesen Effekt noch, schreibt die IATA.

Schwarze Zahlen in Nordamerika

Während auch die Fluggesellschaften in Asien, Nahost und Lateinamerika rote Zahlen schreiben, dürften die in den vergangenen Jahren stark gebeutelten Airlines aus Nordamerika wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die IATA hat ihren Berechnungen für das kommende Jahr einen Ölpreis von 60 Dollar je Barrel zugrunde gelegt nach 100 Dollar im Jahr 2008.

Entwarnung gibt der Verband daher nicht. "Derzeit werden wir mit den schlechtesten Marktbedingungen seit 50 Jahren konfrontiert." Insgesamt rechnet die Organisation für 2009 mit einem Umsatzrückgang auf 501 Milliarden Dollar - 6,5 Prozent weniger als für 2008 erwartet.

Weniger Fluggäste und Fracht

Der Verband erwartet weniger Fluggäste und Fracht. Im Passagiergeschäft dürften die Verkehrszahlen im kommenden Jahr um 3 Prozent nachgeben. Im Jahr der Terroranschläge vom 11. September 2001 waren die Passagierzahlen um 2,7 Prozent eingebrochen. Für 2008 sagt die IATA noch einen Zuwachs von 2 Prozent voraus.

Im Frachtgeschäft rechnet der Verband 2009 mit einem Rückgang um 5 Prozent, während für das laufende Jahr ein Minus von 1,5 Prozent erwartet wird. Bei der Luftfracht hatte die Branche im Oktober bereits den fünften Monat mit einem Minus in Folge erlebt. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass den Fluggesellschaften und der weltweiten Wirtschaft das Schlimmste noch bevorstehe, sagte Bisignani. Die IATA (International Air Transport Association) vertritt rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen.

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Von: dpa-AFX
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