Branche beobachtet Ölpreis mit Sorge

IATA: Nachfrage zieht spürbar an

01.03.2011 - 10:50 0 Kommentare

Die Passagiernachfrage im internationalen Flugverkehr ist im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,2 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Verkehrszahlen der International Air Transport Association (IATA). Im Frachtverkehr konnte im Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 9,1 Prozent verzeichnet werden.

Terminal im Flughafen München - © © Flughafen München GmbH -

Terminal im Flughafen München © Flughafen München GmbH

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: “Das neue Jahr beginnt mit guten Nachrichten. Die Verkehrszahlen im Januar zeigen nach oben – 8,2 Prozent im Januar und 2,6 Prozent im Dezember. Ein Erstarken des Welthandels sowie wirtschaftliches Wachstum lassen als Indikatoren positive Aussichten für die Luftfahrtbranche erwarten. Aber wir beobachten die Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten. Die Instabilität der Region hat zu einem starken Anstieg des Ölpreises geführt. Unsere aktuelle Prognose basiert auf einem durchschnittlichen Ölpreis von 84 US-Dollar pro Barrel (Brent). Heute liegt der Preis bei über 100 US-Dollar. Jeder zusätzlicher US-Dollar belastet die Branche mit 1,6 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Kosten. Bei 598 Milliarden US-Dollar Umsatz, 9,1 Milliarden US-Dollar Gewinn und einer Marge von nur 1,5 Prozent beginnt 2011 trotz guter Verkehrszahlen mit einer großen Herausforderung für die Fluggesellschaften.“

Im Januar 2011 lagen die Verkehrszahlen im Passagiergeschäft 18 Prozent über dem Wert von Anfang 2009, als die niedrigste Nachfrage verzeichnet wurde, und etwa 6 Prozent höher als zu den Spitzenzeiten vor Beginn der Wirtschaftskrise Anfang 2008. Im Frachtverkehr verzeichnete gegenüber dem Tiefpunkt Ende 2009 einen Zuwachs von 39 Prozent und liegt nun 6,0 Prozent über dem Vorkrisenniveau. Die Zahlen im Cargogeschäft sind jedoch seit Mai 2010 um 2,0 Prozent gesunken. Damals hatte das Wiederbefüllen von Warenlagern nach Ende der Krise für einen Spitzenwert gesorgt.

Das Wachstum von 8,2 Prozent bei der Passagiernachfrage zeigt einen deutlichen Aufschwung gegenüber Dezember 2010 (5,4 Prozent Wachstum), als schlechte Witterungsbedingungen in Europa und den USA für einen Rückgang der Verkehrsleistung um ein bis zwei Prozent sorgten.

Die durchschnittliche Auslastung im Passagierverkehr bleibt hoch, wobei der Anstieg der Kapazitäten mittlerweile höher liegt als das Wachstum der Nachfrage. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Kapazitäten um 9,1 Prozent gewachsen. Damit lag die Auslastung bei 75,7 Prozent (saisonbereinigt: 77,7 Prozent). Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Spitzenwert im Oktober 2010 um 1,1 Prozentpunkte.

Die Verkehrzahlen der einzelnen Regionen:

In Europa ist die Passagiernachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,9 Prozent gestiegen. Aufgrund eines im Vergleich zur Nachfrage prozentual höheren Kapazitätszuwachses (8,8 Prozent) ist die Auslastung um 0,6 Prozentpunkte auf 73,9 Prozent gesunken. Die guten Zahlen im Januar zeigen einen Aufschwung gegenüber Dezember, als schlechte Witterungsbedingungen für zahlreiche Ausfälle gesorgt hatten.

Fluggesellschaften in Nordamerika meldeten ein Wachstum der Passagiernachfrage von 8,7 Prozent im Vergleich zu Januar 2010 bei gleichzeitigem Anstieg der Kapazitäten um 10,0 Prozent. Dadurch ist die Auslastung auf durchschnittlich 77,2 Prozent gesunken.

Im asiatisch-pazifischen Raum verzeichneten Airlines ein Passagier-Wachstum von 5,8 Prozent, in Afrika von 14,3 Prozent sowie im Nahen und Mittleren Osten von 11,7 Prozent. In Lateinamerika sind die Verkehrszahlen um 11,0 Prozent gestiegen. Trotz gleichzeitiger Ausweitung der Kapazitäten um 12,4 Prozent bleibt die Auslastung mit 79,7 Prozent (minus 1,0 Prozentpunkt) die höchste aller Regionen.

Von: IATA, airliners.de
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