IATA meldet Passagierrückgang

27.05.2010 - 15:19 0 Kommentare

Wegen der isländischen Vulkanasche sind die Passagierzahlen im internationalen Luftverkehr im vergangenen Monat stark zurückgegangen. Weltweit wurden im April 2,4 Prozent weniger Fluggäste befördert als noch vor einem Jahr.

Terminal 1 des Flughafens Wien - © © tweekster (GNU) -

Terminal 1 des Flughafens Wien © tweekster (GNU)

Die Passagiernachfrage im internationalen Luftverkehr ist im vergangenen Monat um 2,4 Prozent eingebrochen. Das ist das Ergebnis der Verkehrszahlen für den Monat April, die die International Air Transport Association (IATA) vorgelegt hat. Der Rückgang ist auf die massiven Flugausfälle in Europa nach dem Vulkanausbruch auf Island zurückzuführen. Im Frachtgeschäft, das von den Flugausfällen weniger stark betroffen war, ist die Nachfrage im April nur noch um 25,2 Prozent gestiegen. Im März 2010 hatte das Wachstum noch bei 28,1 Prozent gelegen.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: „Die Aschekrise hat den Aufschwung der Weltwirtschaft zurückgeworfen und Fluggesellschaften in allen Erdteilen in Mitleidenschaft gezogen. Im Vormonat waren wir bereits bis auf ein Prozent an das Vorkrisenniveau von 2008 herangekommen. Im April sind wir nun auf sieben Prozent Abstand zurückgefallen.“

Europäische Airlines besonders betroffen

„Fluggesellschaften in Europa hatten die Hauptlast des Vulkanausbruchs zu tragen. Der Rückgang des Passagierverkehrs um 11,7 Prozent in dieser Region hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können. Die zögerliche wirtschaftliche Erholung nach der Finanzkrise sowie die Schwäche der europäischen Währung haben die Ertragskraft der Fluggesellschaften bereits stark geschmälert. Die planlosen und massiven Flugstreichungen sowie unfaire und belastende Passagierrechte haben Salz in die Wunden der europäischen Luftfahrtbranche gestreut“, so Bisignani.

Der Nachfragerückgang im April geht zu zwei Dritteln direkt auf Flugstreichungen und zu einem Drittel auf Stornierungen zurück, die auf Unsicherheiten über die Wiederaufnahme des Flugverkehrs nach der Aschekrise zurückgehen. Erste Daten von Anfang Mai lassen einen Aufschwung gegenüber den eingebrochenen Zahlen im April erkennen.

Reform der Flugsicherung gefordert

Mit Blick in die Zukunft fordert Bisignani eine Reform der Flugsicherung. „Die Aschekrise war ein beschämender Weckruf an die Regierungen in Europa. Wir brauchen eine Führungsrolle für die Schaffung eines Single European Sky, eine faire Gesetzgebung hinsichtlich Passagierrechten sowie eine einheitliche Abstimmung auf dem gesamten Kontinent“, sagt Bisignani.

Aufgrund des Ausmaßes der Aschekrise ist die weltweite Auslastung im Passagierverkehr im April 2010 auf 76,9 Prozent (März 2010: 78,0 Prozent), im Frachtgeschäft auf 55,3 Prozent (März 2010: 57,1 Prozent) zurückgegangen. Während die Verkehrsnachfrage bei Passagieren und Fracht im März 2010 nur noch um 1 Prozent unter dem Vorkrisenniveau lag, ist dieser Wert im April auf 7 Prozent im Personen- und 3 Prozent im Cargoverkehr zurückgefallen.

Aschewolke dämpft Wirtschaftserholung regional

Die Aschewolke hat die bereits regional unterschiedliche wirtschaftliche Erholung zusätzlich verstärkt. Fluggesellschaften in Europa registrierten im April einen Nachfragerückgang um 11,7 Prozent, verglichen mit einem Plus von 6,2 Prozent im März. Die Unsicherheiten bei der Reiseplanung nach dem Vulkanausbruch sowie die Unruhen in Griechenland haben die Nachfrage geschwächt.

Ein erwartetes Wirtschaftswachstum von nur 0,9 Prozent wirkt als zusätzlicher Dämpfer. Nordamerikanische Airlines meldeten im März einen Rückgang der Nachfrage von 1,9 Prozent, bedingt durch die Auswirkungen der Vulkanasche auf Routen über den Nordatlantik. Gegenüber dem Wachstum von 7,8 Prozent im März ist dies ein deutliches Minus. Eine gleichzeitige Reduzierung der Kapazitäten um 4,5 Prozent hat die Auslastung auf 80,2 Prozent steigen lassen.

Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum registrierten einen Anstieg der Nachfrage von nur noch 3,5 Prozent (März 2010: 12,9 Prozent), Airlines im Nahen und Mittleren Osten von 13,0 Prozent (März 2010: 25,9 Prozent) sowie in Afrika von 8,6 Prozent (März 2010: 16,9 Prozent). In Lateinamerika ist die Nachfrage um 1,2 Prozent (März 2010: 4,6 Prozent) gestiegen – der Rückgang des Wachstums ist unter anderem Resultat des Erdbebens in Chile.

Von: IATA
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Iata-Chef Alexandre de Juniac. Iata kritisiert EU-Fluggastrechte

    Die Iata rügt die EU für Entschädigungsregelungen bei Flugverspätungen: Niemand solle die Fehler der EU kopieren. Gleichzeitig korrigiert der Verband die Prognosen für 2017.

    Vom 05.12.2017
  • Ein Passagier wartet in der Abfertigungshalle des Flughafens München. Iata verzeichnet solides Wachstum in Europa

    Der Welt-Airlineverband Iata hat die Verkehrszahlen für August ausgewiesen. Demnach steigt sowohl Angebot als auch Nachfrage. Europa wächst auf hohem Niveau und führt in Sachen Auslastung.

    Vom 05.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Flughafen Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »