IATA legt Nahost-Agenda vor

19.10.2009 - 12:24 0 Kommentare

Der internationale Luftfahrtverband IATA hat auf dem Jahrestreffen der Arab Air Carriers Organization die beteiligten Länder aufgefordert, trotz des Booms verstärkt auf Rentabilität zu achten, da nur so nachhaltiges Wachstum möglich sei.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA - © © IATA -

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA © IATA

Die International Air Transport Association (IATA) hat die Luftfahrtbranche im Mittleren Osten und Nordafrika aufgerufen, sich den Herausforderungen des Wachstums zu stellen. Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: „Der Mittlere Osten ist eine Oase der guten Nachrichten für die Branche. Es ist die einzige Region, die ein Wachstum verzeichnet.“ In den ersten acht Monaten des Jahres sei die Passagiernachfrage um 8 Prozent, das Angebot sogar um 13 Prozent gestiegen. Trotz des Wachstums gebe es aber noch keine Rentabilität. Wachstum ohne Rentabilität sei jedoch nicht nachhaltig, ergänzte Bisignani

Auf dem 42. Jahrestreffen der Arab Air Carriers Organization in Jeddah appellierte der IATA-Generaldirektor an die Branchenvertreter, den Fokus auf die Bereiche Sicherheit, Kostenkontrolle, Liberalisierung und Klimaschutz zu richten.

Sicherheit im Luftverkehr

„Sicherheit hat oberste Priorität“, sagt Bisignani. „Drei tragische Unfälle bislang in 2009 in dieser Region zeigen, dass Sicherheit eine ständige Herausforderung bleibt. Bis September war die Unfallrate im Mittleren Osten und Nordafrika sechs Mal höher als der globale Schnitt. Das ist ein Weckruf.“ 2006 hat sich die Arab Civil Aviation Commission verpflichtet, die IOSA-Zertifizierung für alle Fluggesellschaften in der Region einzuführen. Aber nur Syrien und Ägypten haben dies bislang umgesetzt.

Kostenkontrolle und Liberalisierung

Kostenkontrolle und eine stärkere Liberalisierung des Luftverkehrs sind weitere Kernpunkte der Agenda. Bisignani: „Die Kosten müssen durch die gesamte Wertschöpfungskette hindurch auf den Prüfstand. Die Kommerzialisierung von Flughäfen stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Es kann nicht sein, dass private Flughafenbetreiber oder Konzessionäre die Gebühren beliebig festsetzen könnten, ohne zuvor die Airlines ins Boot zu holen.“

Außerdem muss der Luftverkehr stärker liberalisiert werden. Die Landesflagge auf der Heckflosse sei keine Sicherheit für die Zukunft der Branche, sagte Bisignani. „Denn Luftfahrt ist keine diplomatische Angelegenheit.“ Ziel der IATA sei es, Regierungen bei der Entwicklung von Maßnahmen zu unterstützen, die es der Branche ermöglichen, nachhaltige Erträge zu erwirtschaften.

Umweltschutz

Der Umweltschutz wurde als die größte Herausforderung für Wachstum benannt. „Wie wir mit dem Klima umgehen, wird die Zukunft der Branche bestimmen“, sagt Bisignani. „2009 hat das Engagement der IATA für Klimaschutz bereits sechs Fluggesellschaften im Mittleren Osten und Nordafrika geholfen, neue Maßnahmen für Treibstoffeffizienz einzuführen und 80 Millionen US-Dollar Spritkosten zu sparen.“

Von: airliners.de mit IATA
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