Vulkanasche-Chaos

IATA kritisiert EU-Krisenmanagement

18.05.2010 - 17:17 0 Kommentare

Die IATA hat das Krisenmanagement der EU-Staaten nach den erneuten Flugausfällen durch Vulkanasche scharf kritisiert. IATA-Chef Bisignani forderte ein einheitliches Vorgehen und verbesserte Analyseverfahren.

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani - © © IATA -

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani © IATA

Europa braucht nach Ansicht der Internationalen Luftfahrtorganisation IATA ein einheitliches Krisenmanagement wegen der Vulkanasche und sollte von den USA lernen. Allein am Montag seien 1.000 Flüge wegen der Aschewolke aus Island abgesagt worden. Das nächste Verkehrsministertreffen der EU sei aber erst für den 24. Juni vorgesehen. «Welche Art von Führung wartet mehr als einen Monat, um Entscheidungen in der Krise zu treffen», fragte IATA-Chef Giovanni Bisignani in einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Erklärung.

In den USA, die große Erfahrung mit Vulkanasche hätten, lege die Regierung Zonen fest, in denen wegen der Gefahr nicht geflogen werden dürfe, erklärte die IATA weiter. Für alle anderen Gebiete liege das Fliegen im Ermessen und in der Verantwortung der Fluggesellschaften. Der Flugraum in den USA sei deswegen sicher, und es habe in den vergangenen Jahren keine Probleme wegen Vulkanasche gegeben.

Bisignani verlangte, dass das Analyseverfahren in Europa verbessert wird. So seien bisher etwa 200.000 Flugzeuge in gefährdeten Gebieten in Europa geflogen, ohne dass dies Auswirkungen auf die Sicherheit gehabt habe.

Inspektionen hätten keinerlei Hinweise auf sicherheitsrelevante Schäden gezeigt. Die IATA forderte auch, dass der Luftfahrtindustrie Entscheidungshilfen für solche Flüge gegeben werden, wie dies bei ungewöhnlichen Wettersituationen bereits üblich sei.

Ramsauer: Deutschland ist jetzt besser vorbereitet

Nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist Deutschland auf eine mögliche neue Aschewolke inzwischen besser vorbereitet als noch im April. "Wir haben in den letzten drei bis vier Wochen ein wesentlich besseres Regelwerk entwickelt", sagte er im Bayerischen Rundfunk. Zur Diskussion um so genannte kontrollierte Sichtflüge im Falle aschebedingter Flugverbote sagte Ramsauer, dies sei vor vier Wochen "in der Tat eine kuriose Lücke" im Regelwerk gewesen, die von den Fluglinien genutzt wurde.

Inzwischen seien auf europäischer Ebene aber wesentlich bessere Entscheidungsregelungen gefunden worden. Je nach Aschebelastung werde der Luftraum jetzt in verschiedene Zonen unterteilt, in denen entweder striktes Flugverbot herrsche oder Instrumentenflug nach strengen Auflagen durchgeführt werden dürfe, sagte Ramsauer.

Großbritannien lässt Ascheflüge bei höheren Konzentrationen zu

Die britische Luftfahrtbehörde CAA hat derweil ihre vor Wochen aufgestellten Regeln gelockert. Am Nachmittag wollte die Luftfahrtbehörde CAA Flüge auch bei höheren Aschekonzentrationen zulassen. Allerdings müssen die Fluggesellschaften die Zusage der Triebwerkshersteller vorlegen, dass die Flüge auch bei einer höheren Konzentration ungefährlich sind. Zudem sollen die Flüge zeitlich begrenzt werden.

Von: dpa
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