Dramatischer Rückgang beim Frachtaufkommen

IATA: Kein Ende des Abschwungs in Sicht

29.01.2009 - 18:41 0 Kommentare

Nach einem weiteren Einbruch des Passagier- und Frachtverkehrs in den letzten Monaten des alten Jahres kann die internationale Luftfahrtorganisation IATA kein Ende des Abschwungs absehen. Besonders das internationale Frachtaufkommen ist im Dezember stark zurückgegangen.

Das laufende Jahr entwickle sich für die Fluggesellschaften zu einem der schwierigsten aller Zeiten, sagte IATA-Präsident Giovanni Bisignani heute in Genf. Für 2008 erwartet die IATA ein Minus von 5 Milliarden Dollar.

Nach Einschätzung des Verbands werden die Fluggesellschaften in diesem Jahr weltweit Verluste von 2,5 Milliarden US-Dollar einfliegen. Der Passagierverkehr dürfte 2009 um 3 Prozent einbrechen. Für die Luftfracht beläuft sich die Schätzung auf minus 5 Prozent. Damit hält die IATA an ihren Prognosen von Ende 2008 fest. Der Umsatz soll von 536 auf 501 Milliarden Dollar schrumpfen.

Dramatischer Rückgang beim Frachtaufkommen

Der Abwärtstrend in der Branche hat sich im Dezember vor allem im Cargo-Geschäft verstärkt. Der Frachtverkehr brach weltweit um 22,6 Prozent ein. "Der freie Fall im weltweiten Cargo-Bereich kommt unvorhergesehen und ist schockierend", kommentierte Bisignani die aktuellen Verkehrszahlen. "Man kann den dramatischen Rückgang beim weltweiten Handelsaufkommen nicht anders beschreiben. Sogar im September 2001, als der Großteil der weltweiten Flotte am Boden blieb, betrug der Rückgang lediglich 13,9 Prozent."

Auch Passagieraufkommen geht zurück

Da zum Jahresende vermehrt Urlaubsreisen gebucht wurden, fiel der Rückgang beim Passagieraufkommen im Dezember mit 4,6 Prozent weniger dramatisch als im Cargo-Bereich aus. Im Gesamtjahr ging das Passagieraufkommen um 1,6 Prozent zurück. Die Auslastung reduzierte sich im vergangenen Monat um 2,4 Prozent auf insgesamt 73,8 Prozent.

Die Kapazitäten wurden um 1,5 Prozent reduziert, konnten jedoch mit der sinkenden Nachfrage nicht Schritt halten. "Die Fluggesellschaften kämpfen darum, die Kapazitäten der schnell sinkenden Nachfrage anzupassen", betonte Bisignani. "Solange diese Entwicklung nicht im Gleichgewicht ist, können nicht einmal die stark fallenden Treibstoffpreise verhindern, dass die Industrie immer tiefer in die roten Zahlen gerät."

Von: dpa-afxp, IATA, airliners.de
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