Branche bleibt anfällig

IATA hebt Gewinnprognose an

14.12.2010 - 14:03 0 Kommentare

Die internationalen Fluglinien werden nach Schätzungen der Luftfahrtorganisation IATA im laufenden Jahr mehr als 15 Milliarden Dollar (11 Mrd Euro) Nettogewinn einfliegen. Die IATAhat ihre Prognosen damit deutlich nach oben korrigiert.

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani - © © dpa - W. Krumm

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani © dpa /W. Krumm

Die Luftfahrtbranche spürt den wirtschaftlichen Aufschwung und dürfte in diesem Jahr mehr Geld erwirtschaften als bislang gedacht. Der internationale Luftfahrtverband IATA revidierte am Dienstag angesichts der wachsenden Erträge im Passagiergeschäft der Airlines seine Gewinnprognosen für das laufende und das kommende Jahr nach oben. Danach dürften die Fluggesellschaften weltweit 2010 einen Netto-Gewinn von 15,1 Milliarden US-Dollar erzielen. Im September hatte der Verband noch 8,9 Milliarden US-Dollar erwartet. Für 2011 rechnet die IATA nun mit einem Netto-Gewinn von 9,1 Milliarden Dollar - ebenfalls eine Verbesserung gegenüber den 5,3 Milliarden US-Dollar, die noch im September prognostiziert wurden.

"Unsere Gewinnaussichten für 2010 und 2011 haben sich aufgrund eines außergewöhnlich starken dritten Quartals verbessert", sagte IATA-Direktor Giovanni Bisignani. Dennoch werde die Erholung im kommenden Jahr eine Pause einlegen. Höhere Ölpreise, ein langsameres wirtschaftliches Wachstum sowie neue oder erhöhte Steuern, ließen das Umfeld für die Fluggesellschaften herausfordernder werden.

Den höchsten Gewinn dürften die Gesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum einfliegen. Die Fluggesellschaften in Europa bleiben laut IATA mit einem erwarteten Gewinn von 400 Millionen Dollar im Jahr 2010 und nur noch 100 Millionen Dollar im Jahr 2011 die Nachzügler der Branche. Zwar könnten die europäischen Airlines auf der Langstrecke von einem stabilen Wachstum in anderen Weltregionen profitieren. Der Markt für innereuropäische Flüge bleibe aber aufgrund der Schuldenkrise, eines langsamen Wirtschaftswachstums, Sparprogrammen sowie höherer Besteuerung schwach.

Branche bleibt anfällig

Trotz der angehobenen Gewinnaussichten für dieses und das kommende Jahr lässt die Profitabilität der Fluggesellschaften aber noch zu wünschen übrig. Die Gewinnspannen blieben mickrig, sagte Bisignani. "Mit einer Marge von 2,7 Prozent im Jahr 2010 und erwarteten 1,5 Prozent im kommenden Jahr sind wir weit von einem Kosten deckenden Betrieb entfernt." Die Branche bleibe anfällig und balanciere auf Messers Schneide. "Jeder neue Schlag könnte den Aufschwung hemmen, wie wir es als Effekt von neuen oder höheren Steuern für Fluggesellschaften und Fluggäste in Europa sehen", sagte Bisignani.

Von: dpa-AFX, dpa
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