CO2-Reduzierung

IATA fordert gemeinsame Initiativen von Regierungen und Luftfahrtindustrie

31.03.2009 - 13:21 0 Kommentare

Die International Air Transport Association (IATA) hat die Luftfahrtindustrie und die Regierungen dazu aufgerufen, eine gemeinsame weltweite Regelung für die CO2-Reduzierung in der Luftfahrt bei der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) einzureichen. Die Konferenz findet im Dezember 2009 in Kopenhagen statt.

„Die Verantwortung für die Umwelt ist neben der Sicherheit das Hauptanliegen der Luftfahrtindustrie. Wir können unsere Initiativen jedoch nur umsetzen, wenn Regierungen alle vier Säulen unserer Strategie unterstützen“, betonte Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA, bei seiner Eröffnungsrede auf dem jährlichen Aviation and Environment Summit der Air Transport Action Group (ATAG) in Genf. Die Luftfahrtindustrie stehe geschlossen hinter einer Vier-Säulen-Strategie zum Klimawandel, der folgende Bereich umfasst: Investitionen in technologische Neuerungen, Effizienz bei den operativen Abläufen, Effizienz bei der Infrastruktur und positive ökonomische Maßnahmen.

„Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Fokus auf Technologie, operative Abläufe und Infrastruktur auf dem richtigen Weg sind“, bekräftigte Bisignani. „Die vierte Säule, nämlich positive ökonomische Maßnahmen, benötigt dringend mehr Unterstützung. Die Regierungen müssen von ihren wirtschaftlichen Strafaktionen wie die sogenannte Umweltsteuer abkommen und sich auf Initiativen konzentrieren, die Emissionen im Rahmen von weltweiter Koordination reduzieren. Dies entspricht der Vision des Kyoto-Protokolls. Die Regierungen sind jedoch weit davon entfernt, diese Vision umzusetzen.“

Das Kyoto-Protokoll verfolgt einen branchenspezifischen Ansatz, indem es anerkennt, dass die internationale Luftfahrtindustrie global betrachtet im Vergleich zu geografisch festgelegten Industrien separat betrachtet werden muss. Die International Civil Aviation Organisation (ICAO) wurde damit beauftragt, die internationalen Emissionen der Luftfahrt zu regeln. Die aus 15 Ländern bestehende ICAO-Gruppierung mit dem Schwerpunkt International Aviation and Climate Change (GIACC) wird Vorschläge und Zielsetzungen für die Konferenz in Kopenhagen erarbeiten.

7,8 Prozent weniger Co2-Emissionen für 2009 erwartet

Bisignani betonte zugleich die bisherigen Leistungen der Luftfahrtindustrie zur Emissions-Reduzierung: „Das Bekenntnis der Industrie, dem Klimawandel global und mit effizienten Maßnahmen zu begegnen, war zu keiner Zeit stärker. Auch die wirtschaftliche Krise tut unserer Vision keinen Abbruch. In diesem Jahr erwarten wir einen Rückgang von 7,8 Prozent beim weltweiten CO2-Ausstoß in der Luftfahrtindustrie. Davon sind sechs Prozent auf einen Rückgang der Kapazitäten zurückzuführen, die übrigen 1,8 Prozent sind das Resultat unserer Vier-Säulen-Strategie. Wir benötigen jedoch eine globale Führung, die die Industrie und die Regierungen zum gemeinsamen Zweck der CO2-Reduzierung zusammenführt.“

Der Luftfahrtverband IATA (International Air Transport Association) repräsentiert rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen.

Weitere Informationen zum Thema:

Von: IATA
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