"Handelskrieg nicht unvermeidbar"

IATA fordert ETS-Verschiebung

07.03.2012 - 10:11 0 Kommentare

Die International Air Transport Association (IATA) fordert eine Verschiebung des EU-Emissionshandels (ETS) für Fluggesellschaften. IATA-Chef Tony Tyler warnte vor einem Handelskrieg zwischen europäischen und außereuropäischen Staaten.

Tony Tyler - © © Cathay Pacific -

Tony Tyler © Cathay Pacific

Der Luftfahrt-Branchenverband IATA hat eine Verschiebung der CO2-Abgabe für die Fluggesellschaften gefordert. Die außereuropäischen Staaten sähen in der Maßnahme einen "Angriff auf ihre Souveränität", sagte IATA-Chef Tony Tyler am Dienstag in Montréal. Das sei auch verständlich, denn die Einnahmen aus dem Emissionshandel würden die europäischen Staaten einstreichen. Tyler warnte vor einem "Handelskrieg": "Mir scheint, die Staaten bereiten sich schon auf diese Möglichkeit vor." Das sei aber nicht unvermeidbar, fügte er hinzu.

Seit 1. Januar müssen Airlines, wie schon seit Jahren die Industrie, für jede Tonne ausgestoßenen Klimagases CO2 Verschmutzungszertifikate vorweisen. Den Großteil erhalten sie umsonst, eine gewisse Menge müssen sie erhandeln. Dies gilt für alle Flüge, die in der EU starten und landen. So sollen die Airlines dazu gebracht werden, ihre Emissionen zu senken oder zumindest für die Umweltverschmutzung zu zahlen. Abgerechnet für 2012 wird im Frühjahr 2013.

Dieser europäische Emissionshandel (ETS) sorgt schon seit Monaten für Streit unter anderem mit China, den USA, Russland und weiteren Ländern. Sie machen geltend, dass die Emissionen für jeweils den gesamten Flug berechnet werden und nicht nur für die Strecke über EU-Gebiet.

Tyler wiederholte seinen Vorschlag von Anfang Februar, im Rahmen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) nach einer "globalen Lösung" zu suchen. Dort könnte ein Weg aus der "Sackgasse" der europäischen Pläne gefunden werden.  

Von: AFP
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