Globale Lösungsansätze statt nationaler Abgaben

IATA fordert effizientere Klimaschutzmaßnahmen

06.10.2009 - 14:33 0 Kommentare

Die Luftfahrtbranche nimmt die Regierungen weltweit beim Klimaschutz noch stärker in die Pflicht: Auf der "Greener Skies"-Konferenz in Hongkong kritisierte die IATA nationale Alleingänge und sinnlose Abgaben und forderte stattdessen konkrete Maßnahmen von der Politik.

Die International Air Transport Association (IATA) hat im Rahmen der "Greener Skies"-Konferenz in Hongkong vier konkrete Maßnahmen von Regierungsseite gefordert, um die Klimaschutzmaßnahmen der Industrie zu unterstützen.

Das Maßnahmenpaket umfasst ambitionierte Zielvorgaben für die Industrie, um die Schadstoffausstoße der Luftfahrt zu stabilisieren oder zu reduzieren, sowie die Regulierung des CO2-Ausstoßes der Luftfahrtbranche durch ICAO unter neuen Kyoto-II-Rahmenbedingungen. Ferner fordert die IATA Investitionen in eine effiziente Infrastruktur, vor allem bei der Verkehrssteuerung, sowie die Verabschiedung von wirtschaftlichen und rechtlichen Strukturen, um die Entwicklung von Biotreibstoffen für die Luftfahrt schneller voranzutreiben.

"Die Luftfahrtbranche nimmt ihre Verantwortung für die Umwelt sehr ernst", bekräftigte Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA, vor den Delegierten in Hongkong. "Unsere Vision ist ein neutrales Wachstum beim CO2-Ausstoß auf dem Weg zur Nullemission. Hierfür benötigen wir deutliche Zielvorgaben, um diese Herausforderung meistern zu können."

Klar definierte Ziele

Die Luftfahrtbranche hat geschlossen ein Bekenntnis zum Umweltschutz entworfen, das von Fluggesellschaften, Flughäfen, Herstellern von Flugnavigationssystemen und Produzenten erarbeitet wurde. Das Dokument wird der International Civil Aviation Organization (ICAO) bei ihrem Treffen in Montréal vorgestellt, das morgen beginnt. Zu den von den Industrievertretern klar definierten Zielen zählen:

  • Eine um durchschnittlich 1,5 Prozent bessere Treibstoffbilanz pro Jahr bis 2020
  • Eine Stabilisierung des Schadstoffausstoßes durch CO2-neutrales Wachstum bis 2020
  • Eine Reduzierung der Emissionen um 50 Prozent bis 2050 (verglichen mit 2005)

"Wir müssen global denken und handeln, um die Emissionen in der Luftfahrt eindämmen zu können", betonte Giovanni Bisignani. "Und die Regierungen müssen unsere Zielvorgaben aufgreifen und in konkrete politische Maßnahmen umwandeln."

Kritik an neuen Umweltabgaben

Auch Cathay-Pacific-Chef Tony Tyler, der in diesem Jahr den IATA-Vorsitz innehat, äußerte sich auf der „Greener Skies“-Konferenz und kritisierte vor allem die Einführung von neuen Klimaabgaben. Die Branche werde von Umweltschützern fälschlicherweise als "Buhmann des Klimawandels" gebrandmarkt und von Politikern als "Melkkuh für dringend benötigte Einnahmen" gesehen. "Wir haben entschlossene, von Ideologie getriebene Kritiker in der Umweltlobby, die aktiv dafür kämpfen, dass die Luftfahrt höher belastet wird, etwa in der Form einer weltweiten Abgabe für Fluggäste", so Tyler.

Tyler kritisierte, zur Zeit wucherten weltweit neue Steuern auf nationaler Ebene. Diese kämen dem Umweltschutz allerdings nicht zugute, wie im Falle der britischen „Air Passenger Duty (APD)“.

Von: AFP, IATA, airliners.de
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