Iata kritisiert EU-Fluggastrechte

05.12.2017 - 14:49 0 Kommentare

Die Iata rügt die EU für Entschädigungsregelungen bei Flugverspätungen: Niemand solle die Fehler der EU kopieren. Gleichzeitig korrigiert der Verband die Prognosen für 2017.

Iata-Chef Alexandre de Juniac. - © © Iata -

Iata-Chef Alexandre de Juniac. © Iata

Der Airline-Dachverband Iata hat den bei Passagieren in der EU populären Anspruch auf Entschädigung bei Flugverspätungen scharf kritisiert. Die EU lege den Airlines eine teure Bürde auf, die nichts dazu beitrage, die Gründe für Verspätungen aus den Weg zu räumen, sagte Iata-Chef Alexandre de Juniac. Man brauche international einheitliche Standards. Die EU sei zu weit gegangen.

Wir warnen die anderen Regierungen der Welt davor, die Fehler der EU zu kopieren.

Alexandre de Juniac, Chef der Iata

Die Zahl der Passagiere werde weiter rasant steigen: von weltweit 3,8 Milliarden Passagieren im vergangenen Jahr auf wahrscheinlich 4,1 Milliarden in diesem und 4,3 Milliarden im nächsten Jahr, sagt die Iata voraus. Wegen steigender Kosten für Treibstoff, Löhne und Flughafengebühren dürften Tickets aber im Durchschnitt um drei Prozent teurer werden, erklärte Iata-Chefökonom Brian Pearce.

Rekordgewinne erwartet

Derweil steuern die Airlines auf Rekordgewinne zu. Schon im laufenden Jahr dürften sie mit insgesamt 34,5 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 29,1 Milliarden Euro) gut drei Milliarden Dollar mehr verdienen als im Sommer gedacht, so der Verband. Das wäre fast so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2015, trotz der jüngsten Pleiten wie bei Air Berlin und Alitalia.

Im kommenden Jahr sollen die branchenweiten Profite mit 38,4 Milliarden Dollar einen historischen Höchststand erreichen. "Es sind gute Zeiten für die globale Luftfahrtbranche", sagte Iata-Chef de Juniac.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Iata prognostiziert Verdopplung der Fuggastzahlen bis 2036

Auch das Frachtvolumen steigt weiter. 2017 rechnet die Iata auch dank des wachsenden Onlinehandels mit dem Rekordwert von 59,9 Millionen Tonnen, nach 53,9 Millionen im vergangenen Jahr. 2018 erwartet die Iata sogar 62,5 Millionen Tonnen Fracht. In dem Verband sind etwa 275 Fluggesellschaften organisiert, die mehr als 80 Prozent des weltweiten Flugverkehrs ausmachen.

Von: cs, dpa
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