IATA erhöht Prognose und rechnet für 2014 mit Rekordgewinn

13.12.2013 - 08:56 0 Kommentare

Die Luftfahrtbranche steuert im kommenden Jahr auf einen Rekordgewinn zu. Die Überschüsse dürften branchenweit auf 19,7 Milliarden Dollar klettern, teilte der internationale Branchenverband IATA mit.

Tony Tyler, CEO der IATA - © © IATA -

Tony Tyler, CEO der IATA © IATA

Die internationale Luftfahrt-Branche rechnet für das kommende Jahr mit einem Rekordgewinn. Der Luftfahrtverband IATA erhöhte seine Gewinnprognose für 2014 um über drei Milliarden US-Dollar auf die Rekordsumme von 19,7 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro), wie der Verband in Genf bekannt gab. Für 2013 rechnet die Branche demnach nun mit einem Gewinn von 12,9 Milliarden Dollar, 1,2 Milliarden mehr als noch im September vorhergesagt.

Die verbesserten Aussichten führt die IATA vor allem auf gesunkene Kraftstoffpreise und ein effizienteres Wirtschaften der Unternehmen, etwa durch Zusammenschlüsse und Kooperationen, zurück. Erfolgversprechend entwickelt sich den Prognosen zufolge im Schnitt auch das Passagiergeschäft. Für 2013 rechnet die Branche mit 3,1 Milliarden beförderten Passagieren, für 2014 mit 3,3 Milliarden.

Die Entwicklung der Luftfahrt zeige in die richtige Richtung, erklärte IATA-Chef Tony Tyler. Allerdings müsse die Branche ihren Optimismus mäßigen, betonte er und mahnte zu "einem angemessene Maß an Vorsicht". Es herrsche starker Wettbewerb, die Renditen in der Branche ließen nach und der Umsatz im Frachtgeschäft sei quasi am Stagnieren, warnte Tyler. Nach prognostizierten 51,6 Millionen beförderten Tonnen an Fracht im Jahr 2013 rechnet der Verband für 2014 mit 52,5 Millionen Tonnen.

Der Großteil der Gewinne entfällt der IATA zufolge auf die Fluglinien in Nordamerika. Unternehmen wie Delta, Southwest und Air Canada sollen in diesem Jahr zusammen 5,8 Milliarden, im kommenden Jahr sogar 8,3 Milliarden Dollar verdienen. Nach den zahlreichen Insolvenzen der vergangenen Jahre haben viele Fluglinien in den USA ihre Schulden abgeschüttelt. Nach mehreren Fusionen ist die Zahl der Konkurrenten deutlich gesunken – zuletzt durch den Zusammenschluss von American Airlines und US Airways zu Beginn dieser Woche.

Die europäischen Fluglinien schneiden trotz erheblicher Verbesserungen mit am schlechtesten ab. Für das laufende Jahr erwartet die IATA für Gesellschaften von Lufthansa über Ryanair bis Air France-KLM einen Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar. Im kommenden Jahr soll er auf 3,2 Milliarden Dollar steigen. Ihre Gewinnspanne sei jedoch so niedrig wie in keiner anderen Weltregion außer Afrika. Die Branche habe sich vor allem in Europa mit besonders hohen Kosten, Steuern und hinderlichen Regulierungen herumzuschlagen, kritisierte der Verband.

Bei den Wettbewerbern im Nahen Osten wie Emirates und Etihad dürfte von jedem Umsatz-Dollar zwei- bis dreimal so viel Gewinn hängenbleiben wie bei den europäischen Gesellschaften, rechnet die IATA vor.

Die Branche erwartet auch im kommenden Jahr eine deutlich wachsende Nachfrage nach Flugreisen. Im kommenden Jahr sollen 3,3 Milliarden Menschen weltweit an Bord der Maschinen gehen – sechs Prozent mehr als für 2013 erwartet. Wegen des harten Wettbewerbs sollen die Ticketpreise allerdings fallen - um 0,2 Prozent in diesem und 0,6 Prozent im kommenden Jahr. Auf der anderen Seite kommt der Branche der gesunkene Ölpreis zugute. Nach 108,2 Dollar je Barrel im laufenden Jahr rechnet die IATA für 2014 mit einem Durchschnittspreis von 104,5 Dollar. Dies sei einer der Hauptgründe für die höhere Gewinnprognose, hieß es.

Von: AFP, dpa, airliners.de
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