Iata verpflichtet Airlines zur Nutzung von RFID-Chips für Gepäck

05.06.2019 - 15:54 0 Kommentare

Der Airline-Verband Iata will den Verlust von Gepäckstücken weiter reduzieren. Möglich werden soll das durch die vermehrte Nutzung von RFID-Technologie. In Deutschland ist dafür noch Arbeit nötig.

Gepäcksortieranlage in Düsseldorf  - © Flughafen Düsseldorf GmbH -

Gepäcksortieranlage in Düsseldorf Flughafen Düsseldorf GmbH

Der internationale Airline-Verband Iata verpflichtet seine Mitglieder, RFID-Chips für Gepäck zu nutzen. Das wurde nach Angaben der Iata auf der Generalversammlung in Seoul beschlossen. Mit der Technologie soll Fehlern beim Gepäck-Handling vorgebeugt werden. Außerdem sollen verlorene Gepäckstücke schneller wiedergefunden und damit schneller zu ihren Eigentümern zurückgebracht werden können.

Die bereits im Januar angekündigte und nun auch offiziell beschlossene Resolution sieht vor, dass Airlines die bisherigen Barcode-Baggage-Tags um einen RFID-Chip ergänzen. Im Zusammenspiel mit moderneren Systemen zum Datenaustausch soll dies die Quote von fehlgeleitetem Gepäck um 25 Prozent reduzieren. Einen genauen Zeitplan gibt die Iata ihren Mitglieds-Airlines zwar nicht vor, der Verband geht aber davon aus, dass die Umsetzung innerhalb von vier Jahren erreicht werden kann.

Laut Iata hängt das Projekt von der Kooperation der Beteiligten am Abfertigungsprozess ab, da das Gepäck durch viele Hände geht. "Airlines, Airports und Bodenabfertiger müssen zusammenarbeiten," sagte Iata-CEO Alexandre de Juniac. Ebenso wie die Fluggesellschaften sind die Airports von der Iata dazu aufgerufen, möglichst schnell die entsprechende Technologie im Betrieb zu nehmen.

Mehr Informationen für Passagiere

Mit der Einführung des neuen Standards wäre auch eine genauere Nachverfolgung des Gepäcks auf allen Etappen einer Reise möglich. Der Passagier könnte also im besten Fall jederzeit nachvollziehen, wo sein Gepäck gerade steckt und sicher sein, dass es bei Umsteigeverbindungen korrekt umgeladen wurde.

Einige Airlines bieten bereits ein durchgehendes Baggage-Tracking an. Delta hat beispielsweise bereits 2016 ein derartiges System eingeführt und bietet Passagieren in ihrer App Echtzeit Informationen zu ihrem Gepäck. In Deutschland scheint es noch Nachholbedarf zu geben, denn die Luftfahrtverbände äußerten sich auf Anfrage von airliners.de bislang nicht zu der Thematik oder ihren Planungen.

Die Lufthansa hat zwar 2018 einen digitalen Gepäckanhänger auf den Markt gebracht, der einen RFID-Chip enthält, wie dieser allerdings genau genutzt werden soll, oder ob die Technik mit den Iata-Standards kompatibel sein wird, bleibt abzuwarten. Nach Angaben von Unternehmenssprecherin Sandra Kraft arbeitet die Airline-Gruppe immer an Verbesserungen der operativen Prozesse und Kundenservices. "RFID kann dabei eine unterstützende Technologie sein, ist aber nicht die einzig mögliche." Konkretere Pläne teilte die Sprecherin nicht mit.

RFID-Chips ("Radio Frequency Identification") können im Gegensatz zum klassischen Barcode ohne optischen oder anderen direkten Kontakt ausgelesen werden und erleichtern dadurch das Identifizieren von Gepäckstücken. Außerdem ist die Rate für das korrekte Auslesen von Informationen laut Iata deutlich höher als bei Barcodes.

© EPA, Etienne Laurent Lesen Sie auch: Iata rechnet mit deutlichem Gewinnrückgang

Von: hr
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