IATA bewertet 2015 als sicheres Jahr für die Luftfahrt

15.02.2016 - 15:51 0 Kommentare

Das Fliegen wird laut Weltluftverband IATA immer sicherer. Kommt es aber zu Abstürzen, ist nicht immer die Technik die Ursache. Es gebe aber keine einfachen Lösungen, sagt Iata-Chef Tyler.

Iata-Chef Tony Tyler - © © dpa - EPA/Nic Bothma

Iata-Chef Tony Tyler © dpa /EPA/Nic Bothma

Trotz einer Reihe von Abstürzen ist 2015 ein besonders sicheres Jahr in der kommerziellen Luftfahrt gewesen. Zu diesem Schluss kommt der Weltluftfahrtverband Iata in seinem am Montag veröffentlichten jährlichen Sicherheitsbericht. Allerdings bezog der Verband den Germanwings-Absturz vom vergangenen März und den Absturz eines russischen Passagierflugzeuges über der Sinai-Halbinsel im Oktober nicht in seine Statistik mit ein. Diese würden nicht als Unfälle gewertet, sondern als absichtliche und rechtswidrige Eingriffe in den Luftverkehr.

Bezogen auf diese beiden Vorfälle sagte IATA-Chef Tony Tyler, die Industrie arbeite daran, das Risiko zu minimieren, dass sich solche Ereignisse wiederholten. Es gebe keine einfachen Lösungen für die Fragen nach psychischer Gesundheit oder Sicherheit, die durch diese Abstürze aufgekommen waren.

Beim Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen starben 150 Menschen. Der Copilot hatte den Airbus A320 nach Erkenntnissen der Ermittler vorsätzlich in ein Bergmassiv bei Le Vernet gesteuert.

Bei dem Absturz des Airbus A321 mit russischen Touristen Ende Oktober über der Sinai-Halbinsel mit 224 Toten gehen Russlands Geheimdienst und Regierungen im Westen von einem Bombenanschlag aus. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptet, den Flieger durch einen Sprengkörper zum Absturz gebracht zu haben.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Rangfolge bei Airline-Sicherheitsranking nicht das Entscheidende

2015 gab es dem IATA-Bericht zufolge insgesamt 68 Unglücke, bei denen 136 Menschen ums Leben kamen. 2014 waren insgesamt 614 Menschen bei Unglücken gestorben - laut IATA-Einschätzung das bis dahin sicherste Jahr in der zivilen Luftfahrt. Der Fünf-Jahres-Durchschnitt liegt bei 504 Opfern. Statistisch gesehen gab es einen größeren Unfall pro 3,1 Millionen Flüge. Die langfristigen Zahlen zeigten, dass die kommerzielle Luftfahrt immer sicherer werde, so Tyler.

Die Airlines transportierten den Angaben zufolge bei 37,6 Millionen Flügen insgesamt mehr als 3,5 Milliarden Passagiere.

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Schon im Januar hatte das Hamburger Flugunfallbüro "Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre" (JACDEC) diese Entwicklung beschrieben. "Doch der gute Trend ist auch das Resultat eines desaströsen Vorjahres 2014 gewesen, in dem zwei Großraumflugzeuge der Malaysia Airlines verunglückten", betonte JACDEC-Mitbegründer Jan-Arwed Richter.

Dem Luftfahrverband IATA gehören 250 Airlines an, die zusammen 83 Prozent der kommerziellen Luftfahrtindustrie weltweit repräsentieren.

Meldungen zu Unfällen finden Sie bei airliners.de in der Rubrik "Zwischenfälle".

Von: gk, dpa
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