IAG will noch ein Jahr auf Norwegian warten

07.08.2018 - 13:02 0 Kommentare

Beim Übernahme-Poker um den Billigflieger Norwegian hat die British-Airways-Mutter IAG offenbar keine Eile. Nun setzt IAG-Chef Walsh laut Berichten eine großzügige Frist.

IAG-Chef Willie Walsh. - © © dpa - Georg Hochmuth/APA

IAG-Chef Willie Walsh. © dpa /Georg Hochmuth/APA

Der Luftfahrtkonzern IAG ist weiterhin an einer Übernahme des Billigfliegers Norwegian interessiert. Derzeit gebe es aber keine Bewegung in den Gesprächen, erklärte IAG-Chef Willie Walsh nun. Man habe seit April nicht mehr mit Norwegian gesprochen.

"Es gibt keine Eile", sagte Walsh der Zeitung "Irish Independent". "Aber wenn wir nächstes Jahr um diese Zeit Norwegian nicht gekauft haben, werden wir die Anteile nicht behalten." Ohne eine Übernahme habe IAG also kein Interesse daran, Teilhaber bei der skandinavischen Airline zu bleiben.

Zwei Angebote abgelehnt, derzeit keine Gespräche

Der Mutterkonzern von British Airways und Iberia kaufte im April überraschend 4,6 Prozent an Norwegian. Die Beteiligung solle Ausgangspunkt für Gespräche "über die Möglichkeit einer Gesamtübernahme" sein, hieß es damals.

Doch Norwegian lehnte bislang zwei Übernahmeangebote von IAG ab. Norwegian-Chef Björn Kjos betonte wiederholt, dass noch andere große Investoren Interesse bekundet hätten. Spekuliert wurde unter anderem über Kaufabsichten von Ryanair und der Lufthansa Group. Auf einen Bieterwettstreit wollte sich Walsh jedoch nicht einlassen.

© Norwegian, Lesen Sie auch: Übernahmedebatte um Norwegian entbrannt

"Wir glauben, dass Low-Cost-Langstrecken ein unterversorgtes Marktsegment sind und dass wir sie profitabel betreiben können", sagte der IAG-Chef jetzt der BBC. Das gelte für die eigene Low-Cost-Marke Level, aber ebenso für Norwegian "als Teil der IAG".

Norwegian wieder in den schwarzen Zahlen

Norwegian war im vergangenen Jahr mit einem Nettoverlust von umgerechnet 188 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht und kündigte eine Drosselung des Expansionstempos an. Bereits für das zweite Quartal 2018 meldete die Airline im Juli wieder einen Nettogewinn von 31 Millionen Euro.

"Auf dem Höhepunkt unserer Wachstumsphase konnten wir einen Gewinn und gesunkene Stückkosten verbuchen", sagte Kjos dazu "Im weiteren Verlauf wird sich das Wachstum verlangsamen und wir werden ernten, was für geerntet haben."

Von: pra
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