IAG kann Gewinne deutlich steigern

04.05.2018 - 11:12 0 Kommentare

Die International Airlines Group (IAG) ist dank höherer Ticketpreise und günstigen Konditionen beim Treibstoffeinkauf mit einem überraschend kräftigen Gewinnplus ins Jahr gestartet. Die Gruppe greift aktuell nach Norwegian.

Zur Airline-Gruppe IAG gehören Aer Lingus, British Airways, Iberia und Vueling. - © © IAG -

Zur Airline-Gruppe IAG gehören Aer Lingus, British Airways, Iberia und Vueling. © IAG

Höhere Ticketpreise haben der International Airlines Group (IAG) zu einem überraschend kräftigen Gewinnplus verholfen. Abseits von Sondereffekten erzielte der Luftfahrtkonzern im ersten Quartal einen operativen Gewinn von 280 Millionen Euro und damit 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Airlinegruppe um British Airways und Iberia am Freitag in London mitteilte.

Im ersten Quartal konnte IAG die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft währungsbereinigt um 3,5 Prozent nach oben treiben. Die anteiligen Treibstoffkosten seien hingegen nur um 0,6 Prozent gestiegen, sagte Walsh. Der Umsatz legte konzernweit um gut zwei Prozent auf fünf Milliarden Euro zu.

Unter dem Strich sprang der Gewinn sogar von 72 auf 794 Millionen Euro in die Höhe, weil IAG nach einer Einigung auf ein neues Betriebsrenten-System ihre langfristigen Verpflichtungen deutlich reduzieren konnte.

Konzernchef Willie Walsh sieht den Konzern damit auf Kurs, seinen operativen Gewinn in diesem Jahr wie geplant zu steigern. 2017 hatte IAG ihr operatives Ergebnis auf drei Milliarden Euro in die Höhe getrieben.

IAG greift nach Norwegian

Zu dem Konzern gehören neben British Airways und Iberia auch die spanische Vueling, die irische Aer Lingus und die neue Billig-Langstrecken-Airline Level. Zuletzt hat IAG zudem ein Auge auf den norwegischen Billigflieger Norwegian geworfen und denkt über ein Übernahmegebot nach.

Bislang ist IAG allerdings mit ihrem Übernahmeplänen für den norwegischen Billigflieger abgeblitzt. Zwei vorgelegte Gebote hätten Norwegian und die Perspektiven der Airline zu niedrig bewertet, teilten die Norweger am Freitag in Fornebu mit. IAG prüft laut Konzernchef Willie Walsh jetzt ihre weiteren Optionen. Weitere Übernahmeziele als Alternative zu Norwegian gehörten aber nicht dazu.

An der Börse lösten die Nachrichten einige Bewegung aus. Der Kurs der Norwegian-Aktie, der nach Bekanntwerden der Übernahmepläne im April kräftig zugelegt hatte, sackte am Freitag um zuletzt neun Prozent in den Keller. Für die IAG-Papiere ging es um mehr als fünf Prozent aufwärts.

IAG hatte im April bestätigt, einen Anteil von 4,6 Prozent an Norwegian gekauft zu haben. Zudem dachte der Konzern offiziell über eine Übernahmeofferte für den Billigflieger nach. Norwegian sah sich nach eigener Darstellung aber schon wenig später von Kaufinteressenten umringt. Seit dem Einstieg von IAG hätten sich weitere Interessenten gemeldet, hatte Norwegian-Chef Bjørn Kjos Ende April gesagt.

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: British-Airways-Mutter kauft sich bei Billigflieger Norwegian ein

Mit einer Übernahme von Norwegian könnte sich IAG weiter gegen die starke Konkurrenz von Billigflug-Gesellschaften rüsten. Der Konzern hatte Norwegian im April als "attraktives Investment" bezeichnet. Aus Sicht von IAG-Chef Walsh können die Norweger ihre ehrgeizigen Geschäftspläne aber nicht aus eigener Kraft verwirklichen. Die Airline sitzt bereits auf hohen Schulden und hat noch viele Flugzeuge bestellt.

Norwegian hat in Europa eine Vorreiterrolle bei Billigflügen auf der Langstrecke eingenommen. So fliegt Norwegian mit modernen Flugzeugen vom Typ Boeing 787 unter anderem in die USA, etwa nach Florida, New York und Los Angeles sowie nach Bangkok in Thailand.

Auch IAG hat Billigflüge auf der Langstrecke für sich entdeckt und unter dem Namen "Level" eine eigene Airline für dieses Geschäftsmodell gegründet. Auf den Europastrecken mischt die spanische IAG-Tochter Vueling im Billigfluggeschäft kräftig mit.

Von: dpa, dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • A319 von Germania. Germania tritt Insolvenzgerüchten entgegen

    Seit längerer Zeit ranken sich diverse Gerüchte um die Finanzkraft von Germania. Nun tritt die Airline den Spekulationen offensiv entgegen: Man prüfe derzeit Optionen, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu sichern. Die Probleme kündigten sich nach airliners.de-Recherchen lange an.

    Vom 08.01.2019
  • Flugzeug von Norwegian. Die Flotte macht Norwegian für Lufthansa interessant

    Lufthansa ist an der strauchelnden Billigkonkurrentin Norwegian interessiert. Diese ächzt zwar unter einem milliardenschweren Schuldenberg, operiert aber mit Flugzeugen, die dem Kranich sowohl kurz-, als auch langfristig helfen könnten.

    Vom 07.01.2019
  • Airbus A319 der Germania Airports setzen weiter auf Germania

    Die deutschen Flughäfen bauen trotz der akuten Finanznot weiter auf Germania. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von airliners.de unter den Airports, an denen der Ferienflieger operiert. Der Optimismus hat auch mit Air Berlin zu tun.

    Vom 11.01.2019

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »