Hunderte Ausnahmen vom Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt

06.01.2016 - 14:43 0 Kommentare

Sechs Stunden lang gilt ein Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt. Unter bestimmten Umständen können Ausnahmen bewilligt werden. Dies betraf im vergangenen Jahr 710 Flugbewegungen.

Eine Passagiermaschine der Lufthansa startet auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. - © © dpa - Boris Roessler

Eine Passagiermaschine der Lufthansa startet auf dem Flughafen von Frankfurt am Main. © dpa /Boris Roessler

Vom Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen hat es im vergangenen Jahr 710 Ausnahmen gegeben. Dies sei die niedrigste Summe von Starts und Landungen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr seit Einführung des Nachtflugverbots 2011, teilte das hessische Wirtschaftsministerium am Dienstag in Wiesbaden mit. 2013 hatte es 712 Ausnahmen gegeben, 2014 war die Zahl unter anderem wegen heftiger Gewitter im Sommer auf 834 gestiegen.

Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23.00 Uhr sank auf 273. Ein Jahr zuvor waren es 311. "Hinzu kommt, dass es erstmals - außer Vermessungsflügen und Notfällen - keinen einzigen Start nach Mitternacht gab", erklärte Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Nach seinen Worten sollen "Ausnahmen wirklich Ausnahmen bleiben". Das Wetter könne allenfalls mittelbar und langfristig mit einer ambitionierten Klimaschutzpolitik beeinflusst werden, erklärte der Minister. "Wie nötig das ist, zeigt die Tatsache, dass entgegen früherer Annahmen die Mehrzahl an Ausnahmegenehmigungen im Jahr 2015 nicht wegen Schnee und Eis, sondern wegen Gewittern im Sommerhalbjahr erteilt wurde."

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Hohe Zustimmung für Lärmpausenmodelle am Flughafen Frankfurt

Das seit Oktober 2011 geltende Nachtflugverbot erlaubt Ausnahmen: Neben Sicherheitslandungen (2015: 9) und medizinischen Hilfsflügen (2015: 48; meist Organtransporte) betreffen sie vor allem Starts, die mit Einzelfallgenehmigung bis Mitternacht möglich sind, falls der Grund der Verspätung nicht im Einflussbereich der Fluggesellschaften liegt.

Hauptgrund für Ausnahmestarts zwischen 23.00 und 24.00 Uhr waren laut Ministerium 2015 das Sturmtief "Niklas" im April und heftige Gewitter Anfang Juli.

Von: gk, dpa
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