"Hop!" soll Kurzstreckenverbindungen von Air France übernehmen

26.11.2014 - 16:02 0 Kommentare

Ab dem nächsten Sommer will Air France einen Großteil der Kurzstreckenflüge nicht mehr selbst, sondern unter "Hop! Air France" anbieten. Ähnliche Pläne unter Einbeziehung von Transavia waren vor wenigen Wochen am Widerstand der Piloten gescheitert.

Air France will ihren Kurzstreckenverkehr auf

Air France will ihren Kurzstreckenverkehr auf "Hop!" übertragen. © Hop /G. Grandin

Viele Kurzstreckenflüge der Air France sollen ab dem kommenden Sommer nicht mehr unter dem eigenen Namen, sondern unter der Marke "Hop! Air France“ absolviert werden. Für das Unternehmen soll sich das rasch auszahlen: Innerhalb von drei Jahren soll das Geschäft im Kurzstreckenmarkt wieder profitabel werden, heißt es in einer Mitteilung der französischen Fluggesellschaft.

Für die Mitarbeiter soll sich durch das neue Geschäftsmodell nichts ändern. An "Hop! Air France" führe allerdings kein Weg vorbei, so Air-France-Chef Frédéric Gagey. Auf der Kurzstrecke stehe die Fluggesellschaft im Wettbewerb mit der Bahn, dem Autoverkehr und anderen Billig-Airlines. Eine bedarfs- und marktgerechte Restrukturierung des Geschäfts sei deshalb nötig.

Air-France-Europaflüge nur noch von und nach Charles de Gaulle

Die neue "Hop! Air France" soll französischen Medienberichten zufolge sämtliche Air-France-Kurzstrecken ab Paris-Orly sowie alle dezentralen Verbindungen bedienen. Dafür soll die neue Fluggesellschaft den Angaben nach bis zu 70 Flugzeuge der A320-Familie von Air France übernehmen. Air France selbst wird weiterhin die Europa-Zubringerverbindungen zum Air-France-Langstreckendrehkreuz Paris Carles de Gaulle bedienen.

Die eigene Billig-Marke "Hop!" hatte Air France Anfang vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben, um der preiswerten Konkurrenz die Stirn bieten. Dazu wurden die drei Regional-Fluglinien Brit Air, Regional und Airlinair zusammengelegt.

Vorbild Lufthansa ist bereits weiter

Mit den Plänen, einen Teil des Verkehrs auf die Billigtochter "Hop!" zu übertragen, folgt Air France weiterhin der Lufthansa. Bei der Kranichairline steht die Übertragung eines Großteils der Kurz- und Mittelstreckenziele auf die Tochter Germanwings kurz vor dem Abschluss.

Eigentlich hatten die Verantwortlichen bei der französischen Airline mit ihrem Vorhaben schon viel weiter sein wollen. Im September hatten Branchenmedien berichtet, Transavia könnte den gesamten europäischen Tourismusverkehr von Air France übernehmen. Die dezentralen europäischen Verkehre könnten an "Hop!" gehen. Betroffen wären 40 Prozent des Kerngeschäfts gewesen, Transavia sollte dabei mit großem Aufwand ausgebaut werden.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Air France-KLM will kräftig in neue Billigtochter investieren

Gegen diese Pläne hatten sich aber die Piloten der Airline erbittert gewehrt. Nach tagelangem Streik lenkte Air France schließlich ein und verabschiedete sich von den Transavia-Plänen. Der zweiwöchige Ausstand der Cockpitcrews hatte zu einem großen finanziellen Schaden für die Fluggesellschaft geführt.

Von: airliners.de
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