Hohe Krankenstände sorgen auch bei Germanwings für Probleme

05.10.2016 - 17:29 0 Kommentare

Die anstehenden Veränderungen bei Tuifly verunsichern die Belegschaft, Ausdruck waren dieser Tage außergewöhnlich hohe Krankenstände bei den Crews. Ähnlich sieht es bei der Germanwings aus, kurzfristig wurde ein Maßnahmenpaket aufgelegt.

Ein Flugzeug der Germanwings ist am Flughafen Köln-Bonn durch die Fenster der Abfertigungshalle zu sehen. - © © dpa - Marius Becker

Ein Flugzeug der Germanwings ist am Flughafen Köln-Bonn durch die Fenster der Abfertigungshalle zu sehen. © dpa /Marius Becker

Nicht nur bei Tuifly und Air Berlin wirbeln derzeit hohe Krankenstände bei den Crews die Flugpläne durcheinander, auch die Germanwings hat nach Informationen von airliners.de ähnliche Probleme.

Bei der Lufthansa-Tochter soll der Krankenstand momentan bei über 16 Prozent liegen. Allein am vergangenen Sonntag hätten deshalb mehr als 20 Flüge nicht bereedert werden können. Am Wochenende seien die 16 Prozent sogar weit überschritten worden. Grund sollen Sorgen der Mitarbeiter über die Zukunft der Germanwings innerhalb des Lufthansa-Konzerns sein. Sie wird mittlerweile unter dem Dach der Billigplattform Eurowings vermarktet.

Heinz Joachim Schöttes, Leiter Media Relations Eurowings Group, erklärte jetzt auf Nachfrage von airliners.de, die Zahl von 16 Prozent nicht bestätigen zu können. Er dementierte sie aber auch nicht. Der Krankenstand betrage üblicherweise je nach Berufsgruppe zwischen fünf und zehn Prozent.

Germanwings hat Maßnahmenpaket aufgelegt

Schöttes räumte ein, dass am Sonntag von 500 Flügen 20 gestrichen werden mussten. Die Ursachen lagen ihm zufolge unter anderem in beschränkten Öffnungszeiten von Flughäfen und dem daraus resultierenden Erreichen der maximal zulässigen Flugdienstzeiten. Vereinzelt habe es auch kurzfristige Krankmeldungen gegeben.

© dpa, Julian Stratenschulte Lesen Sie auch: Crew-Krankmeldungen halten Tuifly am Boden

Als Reaktion auf den Sonntag sei kurzfristig ein Maßnahmenpaket aufgelegt worden, so der Eurowingssprecher. Dabei sei unter anderem auf kurzfristig eingehende Krankmeldungen geachtet worden. Zudem habe eine Optimierung von Flugzeugumläufen, technischer Reservehaltung und Kontakt zu Bodenabfertigungsdienstleistern dazugehört. "Durch das proaktive Troubleshooting konnte der Montag bei vergleichbar hohem Verkehrsaufkommen ohne Streichungen dargestellt werden", teilte Schöttes mit.

Zum Maßnahmenpaket hat nach Informationen von airliners.de auch die Anweisung gehört, dass sich krankmeldende Mitarbeiter eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag einzureichen haben. Personalvertreter kritisierten das in einem Schreiben an die Germanwings-Mitarbeiter: Es solle offenbar soviel Druck aufgebaut werden, dass die Hemmschwelle zur Krankmeldung hochgesetzt wird. Mittlerweile wurde die umstrittene Anweisung wieder zurückgenommen.

© dpa, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft Lesen Sie auch: Jurist: Kollektive Krankmeldungen sind extrem schlaues Mittel

Von: gk
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