Lithium-Batterien nicht mehr als Fracht in Passagierflugzeugen zugelassen

03.11.2014 - 15:32 0 Kommentare

Sie entzünden sich selbst und sorgen so für Brandgefahr: Lithium-Batterien. Ab Januar dürfen sie nicht mehr als Fracht im Rumpf von Passagierflugzeugen transportiert werden - aber es gibt eine Ausnahme.

Reisegepäck wird am Flughafen Düsseldorf in eine Air-Berlin-Maschine verladen - © © dpa - Roland Weihrauch

Reisegepäck wird am Flughafen Düsseldorf in eine Air-Berlin-Maschine verladen © dpa /Roland Weihrauch

Laut einer neuen Gefahrgutverordnung ist es ab dem 1. Januar verboten, Lithium-Metall-Zellen oder -Batterien im Rumpf von Passagierflugzeugen zu befördern. Das hat die für die Zivilluftfahrt zuständige internationale Organisation ICAO entschieden.

Auf einer Fachtagung am Flughafen Münster-Osnabrück wurde jetzt nochmals auf die von Lithium-Batterien oder -Zellen ausgehenden Gefahren für die Luftfahrt und das Verbot hingewiesen. Die Lufthansa Cargo habe ihre Kunden dazu verpflichtet, bei dem Transport von Lithium-Batterien oder -Zellen die geltenden ICAO-Vorschriften zu beachten, so Unternehmenssprecher Michael Göntgens. "Bei deren Verpackung muss der Versender zum Beispiel sicherstellen, dass es nicht zu Beschädigungen oder Kurzschlüssen kommen kann." Zudem versichert er, dass bei der Entgegennahme der Fracht seitens der Lufthansa Cargo eine Annahmekontrolle durchgeführt wird.

Container, die sich selber löschen

Lithium-Metall-Batterien dürfen nur dann an Bord von Passagierflugzeugen gebracht werden, wenn sie speziell verpackt sind. Es gebe eine neue Generation von Containern, in deren Kammern Löschanlagen installiert seien, die einen Brand etwa durch den Entzug von Sauerstoff im Keim ersticken würden, erklärte ein Gefahrgutreferent gegenüber airliners.de. Derzeit werde eine neue Bauserie dieser Sicherheitscontainer beim Berliner Bundesamt für Materialforschung und -prüfung getestet.

© AirTeamImages.com, Jorge Chavez Lesen Sie auch: Asiana-747F vor Südkorea abgestürzt

Lithium-Batterien verursachen 4,5 Unfälle im Jahr

Die US-Aufsichtsbehörde FAA dokumentierte zahlreiche Vorfälle, bei denen sich Sendungen von Lithium-Zellen oder -Batterien an Bord von Passagierflugzeugen selbst entzündet haben. Das Amt ließ eine statistische Hochrechnung für die amerikanische und kanadische Zivilluftfahrt erstellen. Das Ergebnis: bis 2020 werden jährlich im Schnitt 4,5 Unfälle durch selbstentzündete Lithium-Batterien verursacht. Neben möglichen menschlichen Opfern habe dies Materialschäden in Höhe von knapp 400 Millionen US-Dollar zur Folge, heißt es in der Studie.

Immer wieder hatten sich Batterien in Frachträumen von Flugzeugen selbst entzündet und so zahlreiche Unfälle verursacht. Zum Beispiel am 3. September 2010 an Bord eines Boeing 747-400-Frachters von UPS: Kurz nach dem Start in Dubai brach ein Feuer aus, vermutlich ausgelöst durch Lithium-Batterien. Bei dem Absturz, dessen genaue Ursache von offizieller Seite immer noch untersucht wird, kamen die beiden Piloten ums Leben. Vermutlich aus demselben Grund stürtze ein 747-400-Cargoflugzeug der koreanischen Asiana stürtze ins Gelbe Meer. Die gesamte Besatzung starb.

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Von: Heiner Siegmund
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