In der Höhle der fliegenden Löwen

06.12.2016 - 11:53 0 Kommentare

In der "Höhle der fliegenden Löwen" gab es jetzt einen Deal, der beachtlich ist, findet airliners.de-Herausgeber David Haße. Ein Gedankenflug über einen Air-Berlin-Super-Exit und strahlende Investoren allerorten.

Ein Super-Deal in der

Ein Super-Deal in der "Höhle der Luftfahrt-Löwen"! © Basis: VOX PR, Montage airliners.de

Auf Vox und DMAX sind Investmentshows wie die "Höhle der Löwen" oder das amerikanische Pendant "Shark Tank" gerade der letzte Schrei. Investoren schauen sich vor laufender Kamera Geschäftsideen an und machen Deals: "Ich biete Summe x für y Prozent an Ihrer Firma." Dann wird kurz verhandelt und am Ende freuen sich alle - oder auch mal nicht.

Ab und zu gibt es Rückblenden auf Deals der vergangenen Staffeln. Denn es gibt wie immer Gewinner und Verlierer. Mal misslingt ein Investment, mal geht eines durch die Decke. Daran musste ich jetzt denken, als ich vom Super-Exit der Air Berlin bei Niki gehört habe. Und Air Berlin ist hier endlich mal auf der Gewinnerseite!

Ein Super-Invest für Air Berlin

Es ist gerade sechs Jahre her, da war Niki sinnbildlich vor die Raubtiere der Luftfahrtbranche getreten. Air Berlin saß damals noch auf einem der Investoren-Sessel und Hartmut Mehdorn stockte die Beteiligung an der österreichischen Airline von rund einem Viertel auf knapp 50 Prozent auf. Für genau 25,9 Prozent bezahlte er schlappe 21 Millionen.

Verrückt? Keinesfalls, denn wie sich jetzt herausstellt, war das ein Super-Invest. Ausgerechnet wieder in einer Löwen-Show gelang jetzt nämlich der Super-Exit: Stolze 300 Millionen bezahlt der neue Löwe Etihad für die Übernahme der gesamten Niki-Hälfte von Air Berlin.

Gratulation, was für ein Erfolg! Air Berlin war zwar dieses Mal nicht mehr als Löwe in der Show, aber das scheint egal: Der Wert der österreichischen Airline ist ja zwischenzeitlich um das Siebenfache gestiegen.

Und das Beste: Neben Etihad macht bei dem Deal auch noch ein anderer Löwe mit: Tui lässt einen lukrativen, nie endenden Leasingvertrag mit Air Berlin platzen. Aber nur unter der Bedingung, dass sich Etihad auch noch um die Tuifly kümmert. Wie wäre es am Ende gar mit einem gemeinsamen Deal? Jetzt wird es spannend. Sehr spannend.

Da kommt erstmal eine Werbepause

Kaufen Sie den airliners.de-Flugzeugkalender 2017. Ein echt toller Wandschmuck im Büro und für Zuhause.

Nutzen Sie den airliners.de-Stellenmarkt für Ihre Jobausschreibungen. Wo Profis lesen, bekommen Sie die besten Bewerber!

Schalten Sie bitte Ihren Adblocker ab. Sie lesen hier kostenlos, die Werbeindustrie bezahlt's. Kein schlechter Deal, oder?

So einfach deaktivieren Sie Ihren Adblocker auf airliners.de. Danke!

Werbeblock Ende, es kann weitergehen

"Okay", sagt da der Löwe Etihad zur Air Berlin. Du hast Deine 300 Millionen für die halbe Niki. Und jetzt zu Dir, lieber Tui-Löwe: "Für Deine Tuifly bezahle ich nichts. Machen wir doch lieber eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft." Kurzes Schweigen.

"In Ordnung", entgegnet dann Mitinvestor Tui und beugt sich rüber zu Etihad: "Dann nimm meine Tuifly einfach so. Ich lege als vergoldete Sahnehaube sogar noch ein paar Millionen für die Pensionsrücklagen der Mitarbeiter oben drauf."

Spannung. Was hat Tui vor? Was will der Ferien-Investor im Gegenzug? "Alles, was ich will, ist ein knappes Viertel an der neuen Airline. Mehr nicht." Großaufnahmen der beiden Löwen. Spannung. Kurzer Schwenk auf Air Berlin, die dann komplett außen vor wäre… Egal: Deal, Freude, Abspann. Zwei Investoren sind glücklich, Air Berlin ist glücklich. Nur Tuifly war in der Show irgendwie gar nicht anwesend. War da vielleicht einer krank?

Wie dem auch sei, wie immer nach einer Sendung überschlagen sich die Medien: War der Preis für Niki etwa überhöht? Reichen 300 Millionen bei Air Berlin wenigstens für den kommenden Winter? Und warum macht Etihad so etwas eigentlich?

Ich dagegen warte einfach mal ab. Denn die nächste Staffel "Höhle der fliegenden Löwen" kommt gewiss. Am besten gleich nochmal mit Air Berlin und einer weiteren Geschäftsidee. Nach dem Niki-Super-Exit geht da nämlich gewiss noch was. Auf dem Investoren-Sessel ist neben Etihad bereits angekündigt: Lufthansa - und die bringt dann ihre Eurowings mit. Es bleibt also spannend!

Über den Autor

David Haße David Haße ist Herausgeber und Chefredakteur von airliners.de. Der studierte Marketing- und Kommunikationsfachmann ist beruflich seit rund 15 Jahren in der Onlinebranche zu Hause. 2007 machte er sich mit dem zuvor als Projekt gestarteten airliners.de selbständig. Kontakt: david.hasse@airliners.de

Von: dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Der Kampf um die Strandurlauber ist eröffnet. Airline-Pleite entfacht Charter-Debatte

    Die Insolvenz der deutschen Small Planet hat eine Diskussion über die Zukunft des touristischen Flugmarkts ausgelöst. Ein Segment, das laut eines Experten ohnehin sehr volatil ist und sich nach Niki gerade neuordnet.

    Vom 20.09.2018
  • Wolfram Simon: "Die Frage nach einem Gewinner und einem Verlierer der Air-Berlin-Pleite stellt sich nicht." "Bei Zeitfracht ticken die Uhren anders"

    Interview Zeitfracht-Chef Simon spricht im Interview mit airliners.de über Kultur sowie Strategie des eigenen Unternehmens. Und er beschreibt, an welchen Stellen bei der Integration von Air-Berlin-Teilen die größten Schwierigkeiten bestanden.

    Vom 15.08.2018
  • Andreas Gruber: "Niki hat immer gut performt." "Die Air-Berlin-Pleite führt zu mehr Wettbewerb"

    Interview Lauda-Motion-Chef Andreas Gruber spricht im Interview mit airliners.de über die Folgen der Insolvenz von Air Berlin, das Standing der Niki-Nachfolgerin und deren Engagement im Charter-Geschäft.

    Vom 16.08.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Air Berlin Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »