Analyse: Höhere Preise bei Billigfliegern

19.06.2018 - 09:33 0 Kommentare

Bei den Low-Cost-Carriern in Deutschland sind die Flugpreise in diesem Jahr gestiegen. Das ergab eine Analyse des DLR. Das Flugangebot war zu Jahresbeginn geringer als vor der Pleite von Air Berlin.

Flugzeuge von Easyjet und Ryanair in Berlin-Schönefeld. - © © dpa-Zentralbild/dpa - Bernd Settnik

Flugzeuge von Easyjet und Ryanair in Berlin-Schönefeld. © dpa-Zentralbild/dpa /Bernd Settnik

Die Ticketpreise bei den Billigfliegern in Deutschland waren zu Jahresbeginn etwas höher als im Vorjahr. Im ersten Frühjahr nach der Insolvenz der Air Berlin kostete eine Strecke bei den vier großen Billiganbietern im jeweiligen Schnitt zwischen 53 und 117 Euro, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in seinem neuesten "Low Cost Monitor" feststellt. 2017 hatte die Spanne zwischen 44 und 105 Euro gelegen.

Auf den ersten Blick ist die Zahl der Billigflüge im ersten Quartal deutlich gestiegen: um 34 Prozent auf 4843 Starts pro Woche von deutschen Flughäfen. Schließt man in den Vergleich aber die Flüge der Air Berlin aus dem Jahr 2017 ein, ergibt sich laut DLR ein Rückgang von rund zehn Prozent.

Zehn Prozent weniger Flüge, vier Prozent weniger Sitze

Die Zahl der angebotenen Sitzplätze ging in dieser Betrachtung um gut vier Prozent auf knapp 770.000 zurück. Neben dem knapperen Angebot wirkten sich gestiegene Kerosinkosten und höhere Gebühren an zentral gelegenen Flughäfen als Preistreiber aus, analysierten die Wissenschaftler. Die Erhebungen basieren auf einer Referenzwoche im Januar 2018.

Größter Billiganbieter 2018 war mit einem Anteil von 52,7 Prozent die Lufthansa-Tochter Eurowings vor Ryanair (18,2 Prozent) und der stark gewachsenen Easyjet (16,7 Prozent). Die fünf größten Anbieter inklusive der Gesellschaften Wizz und Flybe teilten 94 Prozent des deutschen Gesamtmarktes für Billigflüge unter sich auf.

Wizz Air ist am billigsten, Eurowings am teuersten

Wizz Air trat auf ihren Strecken nach Osteuropa als Preisbrecher auf, wie eine DLR-Sonderauswertung deutlich macht. Die Ungarn boten das Ticket im Schnitt für 53,20 Euro an und waren damit günstiger als Easyjet (67,11) und Ryanair (79,40).

Mit einem durchschnittlichen Ticketpreis von fast 117 Euro war Eurowings am teuersten. Bei innerdeutschen Flügen habe sich der Einstieg von Easyjet auf früheren Strecken der Air Berlin preisdämpfend ausgewirkt, so die DLR-Analyse. Bei der Preisauswertung wurden am 18. April 2018 Vorausbuchungen für einen Tag, eine Woche, einen Monat und drei Monate betrachtet.

Wettbewerb herrscht nur auf zehn Prozent der Strecken

Nur auf knapp jeder zehnten der 642 verschiedenen Strecken gab es dabei einen direkten Wettbewerb mit einem oder mehreren Konkurrenten. Auf 91 Prozent der Strecken war ein Anbieter allein unterwegs und musste lediglich sehen, dass er seine Maschinen voll bekam.

Wichtigstes Ziel war das Inland mit 1760 Starts vor Großbritannien, Spanien und Italien. Für den Sommer haben die Fluggesellschaften ihr Angebot insbesondere in die südlichen Ferienregionen ausgeweitet.

Rund 30 Prozent der in Deutschland abhebenden Flüge rechnen die DLR-Forscher dem Billig-Segment zu. Das entspricht in etwa dem Anteil in Europa. Auf dem Kontinent ist Ryanair der mit Abstand größte Anbieter vor Easjet, Eurowings und Norwegian.

Von: pra, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Air Berlin Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »