Höhere DFS-Gebühren: Fluggesellschaften setzen auf Bundesregierung

18.06.2014 - 15:49 0 Kommentare

Die Deutsche Flugsicherung will ihre Gebühren ab 2015 kräftig erhöhen. Dagegen protestiert der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften - und hofft auf eine Korrektur durch den Bund.

Dr. Michael Engel, Geschäftsführer BDF e.V. - © © BDF -

Dr. Michael Engel, Geschäftsführer BDF e.V. © BDF

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hat seine Kritik an der angekündigten Erhöhung der Flugsicherungsgebühren erneuert. Das sei ein extrem belastender Punkt für die Airlines, sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel am heutigen Mittwoch im Gespräch mit airliners.de.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will die Gebühren für ihre Lotsen-Leistungen ab dem kommenden Jahr um rund 30 Prozent erhöhen. Engel appellierte an den Bund als Eigentümer der DFS, die Pläne noch einmal zu überdenken. Er bezifferte die auf die Fluggesellschaften zukommenden Mehrkosten auf rund 320 Millionen Euro im kommenden Jahr.

Wenn die Erhöhung so kommt, wird Deutschland zum teuersten Flugsicherungsstandort.

Michael Engel

Derzeit würden deutsche Fluggesellschaften bereits etwa 1,2 Milliarden Euro für die Flugsicherung bezahlen. Schon damit liege Deutschland im europäischen Vergleich bei den Streckengebühren auf Rang vier. "Wenn die Erhöhung so kommt, wird Deutschland zum teuersten Flugsicherungsstandort", erklärte Engel.

Entwicklung der Flugsicherungsgebühren (Strecke). Grafik: © BDF

Engels Hoffnungen liegen nun in einem korrigierenden Eingriff des Bundesverkehrsministeriums. Die angekündigten Kostensteigerungen stünden im Widerspruch zum Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Darin hatten sich Union und SPD für eine "Stärkung des Luftverkehrsstandortes Deutschland" ausgesprochen. Da die Flugsicherung auch bei weniger Flugbewegungen als prognostiziert keine Verluste erwirtschafte, müsse das Ministerium regulierend eingreifen.

Als Hauptgrund für die deutlich steigenden Kosten hatte die DFS weniger Verkehr sowie die steigenden Pensionslasten für seine Lotsen angegeben. Der Bund hatte 1993 bei der Organisationsprivatisierung der Flugsicherung die Pensionslasten in der DFS belassen. Auch hier haben die Fluggesellschaften einen Vorschlag: Genau wie bei den Pensionslasten der ehemals staatlichen Telekom und Post sollte der Bund für die Pensionen der ehemaligen Staatsbediensteten der Flugsicherung aufkommen, so Engels.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Deutsche Flugsicherung will Gebühren bald drastisch erhöhen

Für die Fluggesellschaften sind die Kosten für die DFS ein großer Posten. So müssen die BDF-Mitglieder rund 4,65 Milliarden Euro jährlich für Infrastrukturleistungen aufbringen. Neben den 1,2 Milliarden Euro für die DFS fließen 2,15 Milliarden Euro als Entgelte an die deutschen Flughäfen, rechnete Engel vor. Weitere 800 beziehungsweise 500 Millionen Euro werden für Bodenverkehrsdienste sowie als Luftsicherheitsgebühren gezahlt. Wenn es neben der angekündigten Erhöhung der Flugsicherungs-Gebühren zu einer derzeit nicht auszuschließenden Anhebung anderer Kosten kommt, so könnten den BDF-Mitgliedsunternehmen bald Ausgaben von insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro jährlich ins Haus stehen, befürchtet Engel.

Von: airliners.de
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