HNA steht offenbar vor Rückzug aus der Schweiz

22.02.2019 - 09:03 0 Kommentare

HNA steht offenbar kurz davor, ihre Schweizer Luftfahrtbeteiligungen zu verkaufen. Der chinesische Mischkonzern steckt in finanziellen Problemen. Was das für seine deutschen Beteiligungen heißt, bleibt unklar.

Ein Mitarbeiter der Swissport am Flughafen Zürich. - © © EPA/Swissport -

Ein Mitarbeiter der Swissport am Flughafen Zürich. © EPA/Swissport

Der chinesische Mischkonzern HNA steht offenbar kurz davor, sich aus der Schweiz wieder zurückzuziehen. So wolle der Konzern seine Anteile an drei Unternehmen abgeben, berichten verschiedene Schweizer Medien. Dabei soll es sich um das Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics, den Caterer Gategroup sowie den Abfertiger Swissport handeln.

Zum Verkauf stehen soll der 80-prozentige Anteile an SR Technics, berichten mehrere Medien. Laut internen Prüfungen würde ein Verkauf zwischen 700 Millionen und einer Milliarde US-Dollar in die Kassen des chinesischen Milliardenunternehmens spülen. Einen potenziellen Käufer gebe es aber bisher nicht.

Für den Caterer Gategroup soll laut "Neuer Zürcher Zeitung" bereits eine Teillösung gefunden worden sein. So sollen der Singapurer Staatsfonds Temasek und die Private-Equity-Firma RRJ künftig Grossaktionäre des Caterers werden. Diese hätten zugunsten von HNA eine Wandelanleihe gezeichnet, die spätestens in viereinhalb Jahren in 49 Prozent der Aktien des Caterers gewandelt werden könne, berichtet das Blatt.

Swissport-Verkauf nicht neu

Gerüchte um einen Swissport-Verkauf sind nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr machten mehrfach Meldungen die Runde, dass HNA den Flughafendienstleister wieder abstoßen wolle. Erst Ende 2015 hatten HNA 100-Prozent der Anteile übernommen.

In der derzeitigen Debatte wird laut "Luzerner Zeitung" über einen Verkauf an die kanadische Investmentgesellschaft Brookfield spekuliert. Diese besitzt allerdings bisher keine flughafennahen Infrastrukturbeteiligungen.

Duty-Free-Händler Anfang Februar verkauft

Erst Anfang Februar Woche verkaufte das hochverschuldete chinesische Firmenkonglomerat seine Anteile am Duty-Free-Händlers Dufry. Aus einer Pflichtmeldung der Schweizer Börse geht hervor, dass der knapp 17-prozentige Anteil auf rund drei Prozent zurückgegangen ist.

© Faungg's Photos, Lesen Sie auch: Das undurchsichtige Finanzgeflecht des Hahn-Betreibers HNA Hintergrund

Finanzexperten sehen die neue Kontrollpolitik der chinesischen Führung als Grund für den schnellen Verkauf der weltweiten Beteiligungen. HNA steckt tief in den Roten Zahlen.

Zukunft des Hunsrück-Airport ungewiss

Ob die Chinesen auch ihre Beteiligungen am Flughafen Hahn abtreten wollen, ist ungewiss. Airport-Chef Christoph Goetzmann sagte zu airliners.de "Der Erwerb des Flughafens ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir haben eine Vielzahl von Herausforderungen vor uns, der Verkauf ist aber gegenwärtig keine Option."

Der chinesische Mischkonzern HNA kaufte 2017 für rund 15 Millionen Euro den Großteil des defizitären Hunsrück-Airports vom Land Rheinland-Pfalz ab. Im Jahr davor war ein Verkauf an andere chinesische Investoren geplatzt.

Von: br
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