Chinesische HNA Group übernimmt Abfertiger Swissport

24.11.2015 - 10:11 0 Kommentare

Die chinesische HNA Group kann den Schweizer Abfertiger Swissport kaufen. Die EU-Kommission hat jetzt grünes Licht für den Deal gegeben. Swissport soll aber weiter als eigenständiges Unternehmen operieren.

Ein Mitarbeiter der Swissport kümmert sich um das Gepäck.  - © © Swissport -

Ein Mitarbeiter der Swissport kümmert sich um das Gepäck. © Swissport

Der Flugzeugabfertiger Swissport kann nach China verkauft werden. Die EU-Kommission hat jetzt dem Geschäft jetzt zugestimmt, berichtete das Fachportal Cargoforwarder. Der Konzern soll für 2,73 Milliarden Franken (umgerechnet 2,57 Milliarden Euro) von der HNA Group im chinesischen Haikou übernommen werden. Das hatten beide Seiten Ende Juli angekündigt. Swissport soll innerhalb der HNA-Gruppe weiter als eigenständiges Unternehmen operieren.

Swissport war früher eine Tochter der damaligen Swissair und ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter für Bodenabfertigungs- und Luftfrachtdienstleistungen. Derzeit ist der Konzern im Besitz der französischen Beteiligungsgesellschaft Pai Partners. Swissport beschäftigt in 48 Ländern rund 60.000 Angestellte und setzte zuletzt mehr als drei Milliarden Franken (2,9 Milliarden Euro) um.

Zum HNA-Konzern gehören mehrere Fluggesellschaften - darunter Yangtze River Express und Hainan Airlines. Letztere ist die viertgrößte Fluggesellschaft Chinas. HNA ist zudem international im Hotel- und Tourismusgeschäft sowie im Flughafenmanagement aktiv.

China vervierfacht Investitionen innerhalb von fünf Jahren

Der Swissport-Deal ist nach einer Erhebung der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg die fünftgrößte Firmenübernahme in Europa durch ein chinesisches Unternehmen. Damit würde sich die seit einiger Zeit rollende Welle chinesischer Direktinvestitionen weiter verstärken.

© Swissport, Lesen Sie auch: Swissport und Flughafen Graz kündigen Joint Venture an

Nach Angaben des Merics China-Instituts in Berlin hat China im vergangenen Jahr 14 Milliarden Euro in Mitgliedsstaaten der EU investiert. Mitte der 2000er Jahre lag dieser Wert noch nahezu bei Null. Zwischen 2000 und 2014 seien mehr als 1000 Neugründungen, Fusionen und Übernahmen im Umfang von 46 Milliarden Euro erfolgt, heißt es in einer Studie. In fünf Jahren hätten sich Chinas Investitionen in der EU vervierfacht.

Die Studie des Merics China-Instituts gibt es hier als PDF.

Von: ch, dpa, dpa-AFX, gk
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