HNA verkauft Gategroup an asiatischen Investment-Fond

01.04.2019 - 10:45 0 Kommentare

Die chinesische HNA Group zieht sich weiter aus Europa zurück. Nach dem Verkauf der Schweizer Dufy-Duty-Free-Gruppe schafft der hochverschuldete Mischkonzern nun bei der Gategroup den Absprung.

Catering durch Gate Gourmet. - © © gategroup -

Catering durch Gate Gourmet. © gategroup

Der chinesische Mischkonzern HNA hat für seine schweizerische Tochter Gategroup nach dem abgeblasenen Börsengang vor einem Jahr einen Käufer gefunden. Die asiatische Investmentgesellschaft RRJ Capital habe zugestimmt, alle ausstehenden Gategroup-Aktien von HNA zu erwerben, teilte Gategroup am Freitag mit.

Bereits im vergangenen Juli hatte HNA mitgeteilt, für seine schweizerische Tochter mit dem aus Singapur stammenden Staatsfonds Temasek nebst RRJ Capital neue Investoren gefunden zu haben. Über eine Pflichtwandelanleihe soll der Staatsfonds nun auch weiter investiert bleiben, hieß es am Freitag. Der Abschluss der Transaktion soll gemäß Gategroup im April erfolgen.

Die ehemalige Swissair-Tochter Gategroup war 2016 von HNA übernommen und die Notierung an der schweizerischen Börse eingestellt worden. Angesichts seiner massiven Verschuldung wollte der chinesische Mischkonzern den Airline-Caterer vor einem Jahr an die Börse zurückbringen. Doch sagte HNA den Börsengang aufgrund des Marktumfeldes in letzter Minute ab.

© HNA, Lesen Sie auch: HNA sucht wohl Käufer für Töchter

Gategroup ist nicht die einzige europäische Luftfahrt-Beteiligung des HNA-Konzerns. Daneben hatte HNA auch Anteile an der Swissport sowie SR Technics erworben. Die Beteiligungen stehen offenbar ebenfalls zur Disposition.

Erst Anfang Februar hatte das hochverschuldete chinesische Firmenkonglomerat seine Anteile am Schweizer Duty-Free-Händlers Dufry verkauft. Schon im vergangenen Jahr hatte HNA bereits in Europa Immobilien sowie einen Großteil der Beteiligung an der spanischen Hotelkette NH verkauft. Auch das Engagement bei der Deutschen Bank hat die Gruppe reduziert.

Auch Flughafen Hahn gehört HNA Group

Ob die Chinesen auch ihre Beteiligungen am Flughafen Hahn abtreten wollen, ist derweil weiter ungewiss. Der chinesische Mischkonzern HNA kaufte 2017 für rund 15 Millionen Euro den Großteil des defizitären Hunsrück-Airports vom Land Rheinland-Pfalz ab.

Zwar passten die Unternehmen gut ins Luftfahrt-Portfolio von HNA, die zu Hause in China unter anderem etliche Flughäfen, Fluggesellschaften und Hotels betreibt. Dennoch stünden die Firmen wohl auf dem Verkaufszettel, denn HNA sei in den letzten Jahren zu schnell und auf Pump gewachsen. Finanzexperten sehen zudem die neue Kontrollpolitik der chinesischen Führung als Grund für den schnellen Verkauf der weltweiten Beteiligungen.

© Faungg's Photos, Lesen Sie auch: Das undurchsichtige Finanzgeflecht des Hahn-Betreibers HNA Hintergrund

Von: dh mit dpa
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