HNA will wohl Airline-Anteile verkaufen

25.10.2018 - 08:49 0 Kommentare

Einen milliardenhohen Schuldenberg hat der HNA-Konzern angehäuft - inzwischen versucht die Hahn-Eigentümerin ihr Geschäft zu schärfen. Nun stellt sie offenbar die Beteiligung an zwei Airlines zur Disposition.

HNA-Firmenzentrale. - © © HNA -

HNA-Firmenzentrale. © HNA

Der chinesische Mischkonzern HNA will sich offenbar von einem Teil seiner Aviation-Beteiligungen trennen. Nach Informationen der "China Times" verhandelt die Eigentümerin des Flughafens Hahn aktuell darüber, Anteile an Capital Airlines und Lucky Air zu verkaufen. Anfang September hatte HNA entschieden, sich auf die Geschäfte im Luftfahrtsektor konzentrieren zu wollen.

Konkret soll die HNA Group nun bereits in intensiven Verhandlungen mit der Beijing Tourism Group (BTG) stehen - sie ist zweitgrößter Aktionär der Capital Airlines. HNA hält laut der Zeitung über ihre Aviation and Tourism Grop und den Beijing Dingyu Equity Investmentfonds 83 Prozent an Capital Airlines, während die Stadt Peking via BTG die restlichen 17 Prozent kontrolliert.

"Der ursprüngliche Plan war, das gesamte Eigenkapital von Capital Airlines zu verkaufen und diese so zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von BTG zu machen", so eine mit der Sache vertrauten Personen zur "China Times". Aber HNA und BTG sind sich offenbar nicht einig. Auch gibt es Gerüchte, dass HNA neben BTG noch einen anderen Fonds mit den Plänen betraut haben soll.

Minderheitsanteil an Lucky Air soll bei HNA bleiben

Bei dem Billigflieger Lucky Air ist die Sachlage ein bisschen anders. Denn im Gegensatz zu Capital Airlines will die HNA Group hier nicht ihre kompletten Anteile verkaufen. Der Konzern kontrolliert über seine verschiedenen Tochtergesellschaften rund 70 Prozent von Lucky Air, während die Provinzregierung von Yunnan über andere Unternehmen den Rest besitzt.

Um im wichtigen Markt um die Yunnan-Hauptstadt Kunming herum weiterhin ein Standing zu haben, soll der dort ansässige Low-Coster mit einem Minderheitsanteil im HNA-Portfolio verbleiben. Auch schlug die Group eine Umbenennung in Yunnan Airlines vor - um die Nähe zur Provinz darzustellen. Den Markt sehe der Konzern mittel- bis langfristig als besonders vielversprechend an, so die Quelle.

Milliardenhoher Schuldenberg

Der HNA-Konzern ächzt nach einer ausgedehnten Einkaufstour unter einem riesigen Schuldenberg. Anfang des neuen Jahrtausends wurde aus Hainan Airlines der Mischkonzern HNA mit hunderten Tochterunternehmen. Die jahrelange Einkaufstour der Chinesen verschlang rund 50 Milliarden Dollar.

Quelle: Bloomberg | Darstellung: airliners.de

Zuletzt standen mehrere Beteiligungen wie Gategroup vor Börsengängen. Allerdings mussten die IPOs wegen fehlendem Interesse kurzfristig abgesagt werden. Anfang September zog sich HNA als Hauptaktionär der Deutschen Bank (rund acht Prozent) zurück, um sich fortan auf die Aviation-Beteiligungen zu konzentrieren. Daher ist der jetzige Schritt laut Beobachtern überraschend.

© AirTeamImages.com, Weimeng Lesen Sie auch: Airbus verweigert HNA A330-Auslieferung

Von: cs
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