Hinweis auf Börsenpläne des Münchner Flughafens sorgt für Aufregung

03.12.2014 - 17:07 0 Kommentare

In einer Ausschreibung nennt der Münchener Flughafen einen Börsengang in wenigen Jahren eine ernstzunehmende Option. Doch die Gesellschafter des Airports betonen, diesen Schritt derzeit nicht zu planen.

Ein gut sieben Meter hohes, leuchtendes

Ein gut sieben Meter hohes, leuchtendes "M" weist an einer Zubringerstraße auf den Flughafen München hin. © Flughafen München

Der Münchner Flughafen hat mit einem Hinweis auf einen geplanten Börsengang Aufregung in der Landespolitik ausgelöst. In der Ausschreibung für die Erstellung der Jahresabschlüsse in den Jahren 2016 bis 2020 nennt die Flughafengesellschaft FMG den Sprung aufs Parkett als ernstzunehmende Option. "Innerhalb des Vergabezeitraums ist von einem Börsengang der FMG auszugehen", heißt es in der Ausschreibung. Ein Sprecher des Flughafenbetreibers betonte jedoch, dass es derzeit keine konkreten Pläne gebe. "Es gilt nach wie vor, dass wir für die Zukunft einen Börsengang nicht ausschließen."

Auch eine Sprecherin des bayerischen Finanzministeriums betonte, dass die Gesellschafter keinen Börsengang planten. Beteiligt am Flughafen sind Bund, Land Bayern und die Stadt München.

In der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch gab es offensichtlich wegen der Ausschreibung auch eine Ermahnung des Managements. Es habe einen "deutlichen Hinweis" an die Geschäftsführung gegeben, dass die Entscheidung über einen Börsengang Sache der Gesellschafter sei, sagte die Sprecherin.

Flughafen spricht von "fehlerhafter Formulierung"

Der Flughafen selbst sprach in einer Mitteilung von einer "fehlerhaften Formulierung", eine Korrektur der Ausschreibung sei bereits veranlasst worden. Mit dem Hinweis sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass der gesuchte Wirtschaftsprüfer über Qualifikationen verfügen muss, die der Komplexität des Unternehmens entsprechen – vergleichbar den Qualifikationen, die für die Prüfung börsennotierter Unternehmen erforderlich sind, hieß es weiter.

Die Grünen legten vorbeugend scharfen Protest ein. Der Umweltausschuss-Vorsitzende Christian Magerl nannte das Vorgehen der Flughafen-Manager einen "dicken Hund". Magerl befürchtet, dass ein Börsengang der Geschäftsführung freie Hand für den umstrittenen Bau der dritten Startbahn geben könnte.

Der Münchner Flughafen ist nach Frankfurt am Main der zweitgrößte in Deutschland. Mit knapp 39 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr ist er allerdings deutlich kleiner als das größte Luftverkehrsdrehkreuz mit rund 58 Millionen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist bereits seit dem Jahr 2001 an der Börse gelistet und dort im MDax vertreten. An der Münchner Betreibergesellschaft FMG hält der Freistaat Bayern mit 51 Prozent die Mehrheit. Die übrigen Anteile gehören dem Bund (26 Prozent) und der Landeshauptstadt München (23 Prozent).

Von: dpa, dpa-AFX, airliners.de
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