Hessens SPD gegen Ryanair-Ansiedlung am Flughafen Frankfurt

14.11.2016 - 10:35 0 Kommentare

Der hessische SPD-Chef Schäfer-Gümbel findet klare Worte: "Die Ansiedlung von Ryanair ist für uns nicht wünschenswert", sagt er zu den Plänen am Flughafen Frankfurt. Gegen Low-Cost-Airlines im Allgemeinen hat er aber nichts.

Thorsten Schäfer-Gümbel - © © SPD Hessen -

Thorsten Schäfer-Gümbel © SPD Hessen

Die geplante Ansiedlung der Billigairline Ryanair am Frankfurter Flughafen stößt bei der hessischen SPD weiter auf scharfe Kritik. Ryanair halte Sozialstandards nicht ein, sagte jetzt Landes- und Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. "Die Ansiedlung von Ryanair ist für uns nicht wünschenswert."

Die Fluglinie stehe für schlechte Arbeitsbedingungen, die Verhinderung von Gewerkschaftsarbeit sowie die Ablehnung von Tarifverträgen. Schäfer-Gümbel warf Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vor, sich hierfür nicht zu interessieren: "Die Arbeitsbedingungen sind ihm völlig egal."

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Lufthansa-Arbeitnehmervertreter kritisieren Fraport-Strategie

Dass ausgerechnet Al-Wazir derjenige sei, der zulasse, "dass man künftig für 9,99 Euro nach Malle fliegen kann, ist denkwürdig", sagte Schäfer-Gümbel. Dies widerspreche allem, was der Minister bisher zum Thema Flughafen gesagt habe. Bisher antworte Al-Wazir auch nicht ausreichend auf Fragen der Opposition dazu. Deshalb werde die SPD das Thema im Landtagsplenum ab 22. November aufgreifen.

Prinzipiell sei es richtig, dass sich Airlines aus dem Low-Cost-Segment ansiedelten, da es 40 Prozent des Flugverkehrs in Europa ausmache. Auch das Anwerben durch Vergünstigungen sei richtig. Bereits in Frankfurt ansässige Gesellschaften dürften aber nicht benachteiligt werden. Die hessische SPD hatte bereits zuvor eine Erklärung zur neuen Gebührenstaffel am größten deutschen Airport gefordert, von der der Billigflieger Ryanair profitieren würde.

Auch die deutsche Luftfahrtbranche hatte verärgert auf die Ankündigung des irischen Billigfliegers reagiert, ab März 2017 auch von Frankfurt aus abzuheben. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) kritisierte, dass dem Billigkonkurrenten "mit ungleichen Vorzugsbedingungen der rote Teppich ausgerollt" werde. Wenn der Flughafenbetreiber Fraport dem Unternehmen günstigere Konditionen biete, müssten diese für alle gelten. Auch das Board of Airline Representatives in Germany (Barig) forderte eine Gleichbehandlung aller Fluggesellschaften.

Von: dpa, gk
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