Hessen sieht weiterhin Chancen für Airport Kassel-Calden

22.02.2017 - 14:59 0 Kommentare

Die hessische Landesregierung glaubt weiter an den viel kritisierten Flughafen Kassel-Calden. Die Opposition dagegen vergleichten den Airport mit einer Bushaltestelle.

Der Schriftzug

Der Schriftzug "Kassel Airport" an einem Gebäude des Flughafens Kassel-Calden. © dpa /Swen Pförtner

Die hessische Landesregierung sieht weiterhin Chancen dafür, dass sich der Flughafen Kassel-Calden zufriedenstellend entwickelt und seine jährlichen Defizite sinken. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) erklärte jetzt im Wiesbadener Landtag, dass sich das Frachtgeschäft sehr gut entwickele, auch wenn dies in "bescheidenen Dimensionen" der Fall sei. Dem Antrag der Linken, bei dem defizitären Flughafen die "Reißleine zu ziehen", erteilte er eine klare Absage.

Zuvor hatte die Linken-Abgeordnete Marjana Schott erklärt, dass man für den Transport von durchschnittlich 102 Passagieren am Tag keinen Verkehrsflughafen betreiben müsse. "An vielen Bushaltestellen in Nordhessen werden deutlich mehr Menschen befördert", sagte sie. Die im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen vereinbarte Verringerung des jährlichen Defizits von zehn Prozent sei nicht realistisch.

© Kassel Airport, Lesen Sie auch: Flughafen Kassel bekommt einen neuen Chef

Die Baukosten für den Flughafen Kassel-Calden betrugen 282 Millionen Euro. Die Zahl der Passagiere blieb mit 65.000 (2015) hinter den Erwartungen zurück. Das Betriebsdefizit soll laut Geschäftsplan von 8,1 Millionen Euro 2014 auf 2,7 Millionen Euro im Jahr 2019 gesenkt werden. 2015 waren es rund 6,1 Millionen Euro.

Das Land Hessen hält 68 Prozent der Anteile der Betreibergesellschaft. Je 13 Prozent halten Stadt und Landkreis Kassel, die Gemeinde Calden sechs Prozent. Derzeit ist der Airport im Winterschlaf - es gibt keinen touristischen Winterflugplan.

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Der Flughafen Tegel ist der größere der beiden Berliner Airports. Berlin und Brandenburg beraten Anfang November über Tegel-Volksentscheid

    Am 6. November wollen die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Michael Müller und Dietmar Woide (beide SPD) über die Ergebnisse des Volksentscheids um den Flughafen Tegel beraten. Nach Angaben des Senats gebe es dann eine Landesplanungskonferenz. Die Berliner hatten mehrheitlich dafür gestimmt, dass der Senat sich für eine Offenhaltung des Cityairports einsetzen soll.

    Vom 11.10.2017
  • Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH. Stuttgart fordert mehr Verkehrsrechte für VAE und China

    Aktuell verhandelt die EU die Verkehrsrechte mit Staaten wie China und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die Bundesregierung solle sich für eine weitere Öffnung einsetzen, fordert nun Stuttgarts neue Flughafenchefin.

    Vom 02.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus