Wöhrl bietet bis zu einer halben Milliarde für Air Berlin

11.09.2017 - 08:33 0 Kommentare

Wenige Tage bevor die Frist für Angebote im Air-Berlin-Poker abläuft, bringt sich Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl in Stellung. Er konkretisiert seine Pläne für den insolventen Carrier und nennt öffentlich eine Summe.

Hans Rudolf Wöhrl. - © © dpa -

Hans Rudolf Wöhrl. © dpa

Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl prescht im Poker um die insolvente Air Berlin vor. Wie er airliners.de bestätigte, habe er bei Sachverwalter Lucas Flöther und Generalbevollmächtigtem Frank Kebekus ein offizielles Übernahmeangebot eingereicht.

Wöhrl bietet demnach über seine Beteiligungsgesellschaft Intro zusammen mit der Aurum Project AG bis zu einer halben Milliarde Euro für Air Berlin. "Für mich geht es bei dem Versuch, Air Berlin zu erhalten, um sehr viel Herzblut. Wenn mir dies gelingen würde, dann wäre es das schönste Geschenk zu meinem 70. Geburtstag."

Erste Tranche soll Ende Oktober fließen

Den Gesamtkaufpreis von bis zu 500 Millionen Euro will Wöhrl in mehreren Tranchen bezahlen. Eine erste Rate in Höhe von 50 Millionen Euro soll Ende Oktober überwiesen werden, sobald Wöhrl Air Berlin übernimmt. "Dieser Betrag wurde dem Sachwalter durch eine Bankbestätigung nachgewiesen."

Die weiteren Tranchen seien ergebnisabhängig und belaufen sich auf bis zu 450 Millionen Euro. Werde Air Berlin weiterverkauft, sollen die Mitarbeiter mit bis zu 100 Millionen Euro beteiligt werden.

Offen für Gespräche mit anderen Airlines

Erneut bekräftigte er, dass Intro für jeden Partner offen sei: "Lufthansa, Condor, Tui, Germania und Herrn Lauda wurden heute informiert, dass sie sich an diesem Angebot beteiligen können." Im Zweifel seien Intro und Aurum aber auch allein in der Lage, die Sanierung der Air Berlin zu stemmen.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Das sind die Player im Air-Berlin-Poker Überblick

Nachdem zwischenzeitlich spekuliert wurde, er hätte sich aus dem Bieterrennen um Air Berlin zurückgezogen, bekräftigte er vergangene Woche im Interview, dass er ein Angebot in „dreistelliger Millionenhöhe“ vorbereite. "Ich hätte eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben müssen, die mir weitere Gespräche mit den Partnern verboten hätte. Jetzt basiert unser Angebot stattdessen auf klaren Vorgaben an die es gebunden ist."

Mitarbeiter sollen übernommen werden

Air Berlin soll nach Plänen Wöhrls unter eigenem Namen wichtige innerdeutsche Verbindungen sowie "ein stabiles Angebot ex Berlin und ex Düsseldorf betreiben". Die übrigen Flugzeuge sollen inklusive Besatzung und Wartung (ACMI) an die Partner oder andere Airlines verchartert werden. "Damit wäre ein weitgehend nahtloser Übergang möglich, denn Air Berlin bliebe eine handlungsfähige Airline mit Technik und Verwaltung."

Durch erhebliche Einsparungen bei den Leasingraten, Zinsen und anderen Verpflichtungen wird davon ausgegangen, dass bereits das Sommerprogramm 2018 kostendeckend sein wird. Bei den Mitarbeitern will Wöhrl jedoch nicht sparen: "Es wird davon ausgegangen, dass diese Firma bald wieder wächst und demzufolge mindestens die heutige Anzahl von Mitarbeitern gebraucht werden würde."

© privat, Lesen Sie auch: So will Wöhrl Air Berlin sanieren

2006 hatte er die von British Airways übernommene Fluggesellschaft DBA für 120 Millionen Euro an Air Berlin verkauft. Dass er den insolventen Carrier nun übernehmen will, ist nicht neu. Bereits vor fünf Jahren hatte es einen Vorstoß gegeben. Zuletzt war die Wöhrl-Beteiligungsgesellschaft Intro unter anderem an den zwischenzeitlich insolventen Regionalfluggesellschaften VLM Airlines und Intersky beteiligt. Aus den jeweils angekündigten Plänen für die Fluggesellschaften wurde nichts.

Von: cs
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