Hamburger Flughafen plant höhere Lärmzuschläge

Der Airport Hamburg will die Lärmzuschläge erhöhen. Das hat Flughafenchef Michael Eggenschwiler angekündigt. Fluglärmgegner sehen diese Pläne kritisch.

Michael Eggenschwiler, Geschäftsführer des Hamburger Flughafens - © © dpa - Sina Schuldt

Michael Eggenschwiler, Geschäftsführer des Hamburger Flughafens © dpa /Sina Schuldt

Der Hamburger Flughafen plant höhere Lärmzuschläge auf die Landegebühren. Das sagte Flughafenchef Michael Eggenschwiler dem "Hamburger Abendblatt". "Wir haben einen neuen Gebührenkatalog, der sich noch sehr viel stärker auf Lärmzuschläge konzentriert als der jetzige, bei der Wirtschaftsbehörde zur Genehmigung eingereicht", so der Manager.

Unter anderem soll der Einsatz leiserer Flugzeug-Typen gefördert werden. Mit der neuen Gebührenstruktur wolle der Airport erreichen, "dass vom Sommer an der Anreiz für die Airlines, solche leisen Flugzeugtypen besonders auf Hamburg-Routen einzusetzen, noch größer wird", sagte Eggenschwiler.

Für Flugzeuge, die nach 23 Uhr in Hamburg landen, sei eine Steigerung der Lärmzuschläge im zweistelligen Prozentbereich geplant, berichtete die Zeitung. "Bei einem Flugzeug in der Größenordnung einer A320, die um 23.30 Uhr hier verspätet ankommt, machen die lärmabhängigen Gebührenbestandteile dann rund 40 Prozent der gesamten Landegebühren von etwa 3000 Euro aus", nannte Eggenschwiler ein Beispiel.

BUND glaubt nicht an Wirkung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die Ankündigung kritisch und ist der Meinung, dass die Pläne keinen Effekt erzielen werden. Man gehe davon aus, "dass der angekündigte Gebührenaufschlag für Verspätungen nach 23 Uhr kaum eine Lenkungswirkung entfalten wird", zitiert die "Welt" den BUND.

Die Umweltorganisation sammelt derzeit Unterschriften für eine Volkspetition, mit der ein verlängertes Nachtflugverbot erreicht werden soll. Sollten 10.000 Unterschriften zusammenkommen, müsste sich die Bürgerschaft mit dem Anliegen beschäftigen.

Blick auf den Hamburg Airport. Foto: © dpa, Axel Heimken

Der BUND möchte über die Volkspetition erreichen, dass die Stadt Hamburg als Mehrheitseignerin eine Änderung der Betriebserlaubnis für den Flughafen auf den Weg bringt. Die Organisation will ein klares Nachtflugverbot zwischen 22 und sechs Uhr. Gegenwärtig gilt am Flughafen ein Nachtflugverbot ab 23 Uhr, bei Verspätungen dürfen Maschinen gegen Strafgebühr bis 24 Uhr landen.

Von: ch, dpa

Datum: 20.03.2017 - 14:02

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