Zunächst kein neuer Streik der Fluggastkontrolleure

Hamburg: Tarifgespräche abgebrochen

25.01.2013 - 16:57 0 Kommentare

Die Verhandlungen um den Lohn des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen blieben wieder ergebnislos. Die Beschäftigten drohen damit, dem Arbeitskampf «eine neue Dimension zu geben».

Jens Müller, Verhandlungsführer vom BDSW(l-r), Nicole Oppermann vom DSW und Cornelia Okpara vom BDWS

Jens Müller, Verhandlungsführer vom BDSW(l-r), Nicole Oppermann vom DSW und Cornelia Okpara vom BDWS
© dpa - Daniel Bockwoldt

Peter Bremmer, Verhandlungsf

Peter Bremmer, Verhandlungsf
© dpa - Daniel Bockwoldt

Die Gefahr eines erneuten Streiks am Hamburger Flughafen ist noch nicht gebannt - die Tarifverhandlungen für die 600 Sicherheitsleute blieben auch am Freitag ohne Ergebnis. Zwar besserte die Arbeitgeberseite ihr Angebot nach und bietet nun statt 12,50 Euro einen Stundenlohn von 12,75 Euro ab 1. März 2013 und 13,50 Euro ab 1. Januar 2014 an. Die Gewerkschaft Verdi beharrt jedoch weiter auf 14,50 Euro pro Stunde.

Für die Beschäftigten sei es überhaupt nicht verständlich, warum die Arbeitgeber so eine harte Linie fahren würden, sagte der zuständige Verdi-Fachbereichsleiter Peter Bremme. Die angebotene Lohnerhöhung um zunächst 25 Cent reiche nicht: «Denn dafür haben wir nicht gestreikt.» Reinhard Löhr, Mitglied der Tarifkommission, fasste das Verhandlungsergebnis für die Beschäftigten so zusammen: «Unsere Erwartungen wurden niedergeschmettert.»

Vorerst werden die Streiks am Hamburger Flughafen jedoch nicht fortgesetzt. Zunächst wollen die Beschäftigten in der Hansestadt Ende nächster Woche mit ihren Kollegen in Düsseldorf und Köln/Bonn in einer gemeinsamen Tarifkommissionssitzung erörtern, wie es weitergehen soll. An den beiden Flughäfen in Nordrhein-Westfalen legte das Sicherheitspersonal auch am Freitag seine Arbeit nieder. «Wir werden uns mit den Streikenden aus Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche koordinieren, um dem gemeinsamem Arbeitskampf eine neue Dimension zu geben», kündigte Bremme an.

Auf Arbeitgeberseite herrschte nach Ende der Verhandlungen ebenfalls Unverständnis. «Das ist ein sehr ordentliches Angebot», sagte Jens Müller, Verhandlungsführer des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW). «Es ist nicht nachzuvollziehen, dass man diesen Weg nicht mitgeht.» BDSW-Hauptgeschäftsführer Harald Olschok ergänzte, mit dem neuen Angebot sei der Verhandlungsspielraum ausgereizt.

Den Streik in Hamburg am vergangenen Freitag hatte Verdi als Erfolg verbucht, da sich 95 Prozent der Sicherheitsleute an der Arbeitsniederlegung beteiligt hätten. Für 12 000 Passagiere fiel die Reise wegen des Streiks aus. Dem Hamburger Flughafen entstand nach eigener Schätzung ein Schaden im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich.

Von: dpa, dapd
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