Flugunfallübung

Hamburg probt Ernstfall

05.11.2012 - 14:56 0 Kommentare

Am Hamburger Flughafen haben Feuerwehr und Polizei eine groß angelegte Katastrophenübung durchgespielt, um im Ernstfall gut gerüstet zu sein.

Flugunfallübung am Hamburg Airport am 3.11.2012

Flugunfallübung am Hamburg Airport am 3.11.2012
© Hamburg Airport - M. Penner

Flugunfall

Flugunfall
© Hamburg Airport - M. Penner

Flugunfallübung am Hamburg Airport am 3.11.2012

Flugunfallübung am Hamburg Airport am 3.11.2012
© Hamburg Airport - M. Penner

Explosionen, Löscharbeiten, und Not-Evakuierungen von Verletzten: 550 Einsatzkräfte und Statisten haben am Samstag bei einer Katastrophenübung für Aufsehen am Hamburger Flughafen gesorgt. Gemäß internationalen Sicherheitsbestimmungen probten Feuerwehr, Polizei und weitere Rettungsdienste einen möglichen Ernstfall. «Die Übung haben wir am Samstagnachmittag erfolgreich abgeschlossen», sagte die Pressesprecherin des Hamburger Flughafens, Stefanie Harder, am Sonntag.

Die Aktion begann mit einem Knall auf dem Vorfeld des Airports. Das Szenario: Beim Betanken eines Flugzeugs kommt es durch ein defektes Handfunkgerät zu einem Zündfunken, der Tankgase in Brand setzt. Über 100 Passagiere müssen sich in den Flughafen flüchten. Einige von ihnen sind verletzt oder sterben. «Habt ihr meine Frau gesehen? Die ist noch im Flugzeug», «Warum tut denn niemand was? Haben Sie Verbandszeug?», «Das ganze Flugzeug brennt!», riefen vermeintlich Betroffene. Sie rannten «hilflos» durch die Gates und taten so, als ob sie ihre Angehörigen suchten.

Doch zum Glück handelte es sich nicht wirklich um eine Katastrophe: Die Explosion entstand nur durch Pyrotechnik, bei dem Flugzeug handelte es sich um eine ausgemusterte Lufthansa-Boeing 707, die Verletzten waren freiwillige Darsteller der Polizeischule, der Bundeswehr und Mitarbeiter von Krankenhäusern. So eine Übung ist alle zwei Jahre Pflicht und Voraussetzung für den Erhalt der Betriebsgenehmigung eines Flughafens.

Schwerpunkt der Übung sei die Evakuierung des Flugzeugs gewesen, erklärte Holger Poser, Referatsleiter Katastrophen- und Bevölkerungsschutz bei der Hamburger Innenbehörde, der die Übung mitverantwortete. Dabei sollten die Abläufe der Alarmierung und die Zusammenarbeit von Flughafen, der Berufsfeuerwehr Hamburg, der Polizei und Bundespolizei sowie von Hilfsorganisationen zu überprüft werden. Beobachter verfolgten das Szenario und suchten nach Auffälligkeiten. «Von 10 bis 17 Uhr lief die Übung. Noch gibt es aber keine Bilanz. Das wird erst in den kommenden Tagen ausgewertet», sagte Harder. Die Gesamtauswertung übernehme die Innenbehörde.

Der reguläre Flugbetrieb musste wegen der Übung nicht unterbrochen werden. Insgesamt kosten sämtliche Sicherheitsmaßnahmen den Hamburger Flughafen pro Jahr rund eine Million Euro.

Von: dpa
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